Igor Panarin: “We can already implement another strategic course in our foreign policy.” Well-known political scientist about how security forces and liberals worked together in Venezuela and why in Europe thousands of Catholic churches burn

Igor Panarin: „Wir können bereits einen weiteren strategischen Kurs in unserer Außenpolitik umsetzen.“
Bekannte Politikwissenschaftlerin über die Zusammenarbeit von Sicherheitskräften und Liberalen in Venezuela und warum in Europa Tausende katholischer Kirchen brennen

business-gazeta.ru

Mit „Posei­dons“ und „Dag­gers“ kön­ne es sich die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on leis­ten, einen ande­ren stra­te­gi­schen Kurs in der Außen­po­li­tik umzu­set­zen, sag­te Igor Pana­rin, Pro­fes­sor und Lei­ter der InfoS­pets­naz-Ver­ei­ni­gung. In einem Inter­view mit BUSINESS Online erklär­te Pana­rin, war­um Mer­kel es nicht eilig habe, dem neu­en Prä­si­den­ten der Ukrai­ne, Zelen­sky, zu gra­tu­lie­ren, der tat­säch­lich hin­ter ihm steht, und ob das kasa­chi­sche poli­ti­sche Modell dem ira­ni­schen und chi­ne­si­schen ähn­lich ist.

 Zelensky ist ein Projekt von Israel und der britischen Lobby der Vereinigten Staaten“

- Igor Niko­lay­e­vich, war­um hat der Kreml kei­ne Eile, den neu gewähl­ten ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Vla­di­mir Zelen­sky anzu­er­ken­nen? Immer­hin scheint er kein Frem­der in Russ­land zu sein: Ein Ein­ge­bo­re­ner der Obe­ren Liga der KVN

- Vla­di­mir Zelen­sky ist vor allem ein Gemein­schafts­pro­jekt von Groß­bri­tan­ni­en und Isra­el. Las­sen wir sei­ne Kawen-Jah­re aus – ich spre­che von heu­te. Isra­el soll­te nicht ver­ges­sen wer­den, schon weil ein israe­li­scher Staats­bür­ger und gleich­zei­tig ein ukrai­ni­scher Olig­arch Igor Kolo­mois­ky eine Schlüs­sel­rol­le bei der Wahl von Zelen­sky spiel­ten und sei­nen Wahl­kampf finan­zier­ten. Für Lon­don arbei­te­te er am Show­man durch die US-bri­ti­sche Lob­by. Eigent­lich wur­de das Pro­jekt vor zwei Jah­ren ins Leben geru­fen, als die Macher der Fern­seh­se­rie „Der Die­ner des Vol­kes“ von sei­ner Popu­la­ri­tät über­zeugt waren und beschlos­sen, mit den Dreh­ar­bei­ten für die zwei­te Staf­fel zu begin­nen. Das Bild des beschei­de­nen Geschichts­leh­rers Vasi­ly Golo­bo­rod­ko, gespielt von Zelen­sky, fand schnell sein Publi­kum. Aber nur weni­ge wis­sen, dass die Serie von der von mir erwähn­ten bri­ti­schen Lob­by der USA gespon­sert wur­de, und sie gehör­te ihnen, könn­te man sagen. Petro Poro­s­hen­ko wuss­te dies natür­lich und unter­nahm Ver­su­che, die Situa­ti­on zu ändern, konn­te aber nichts tun. Im Gegen­teil, eine ande­re Auf­ga­be wur­de ihm klar gestellt: In der ers­ten Run­de der jüngs­ten Prä­si­dent­schafts­wah­len in der Ukrai­ne wur­de (mit Hil­fe mas­si­ver, geschick­ter Fäl­schun­gen) die Teil­nah­me an der Kam­pa­gne von Julia Timo­schen­ko unter­sagt und Zelen­sky nicht gestört. Er hat es bril­lant gemacht. Alle Ukrai­ner, die sich der­zeit auf dem Ter­ri­to­ri­um Russ­lands auf­hal­ten (nach ver­schie­de­nen Quel­len von 2,5 bis 4 Mil­lio­nen Men­schen), sowie die­je­ni­gen, die aus Polen abge­reist sind, haben kein Wahl­recht – das sind unge­fähr 1,5 Mil­lio­nen Bür­ger. Von den ins­ge­samt 7 Mil­lio­nen Ukrai­nern, die nun gezwun­gen sind, im Aus­land zu arbei­ten, konn­ten weni­ger als 1 Pro­zent an den Wah­len teil­neh­men. Zum Bei­spiel: Von andert­halb Mil­lio­nen in Polen erreich­ten unge­fähr 25.000 Wäh­ler die Wahl­ur­ne. Das haben mir übri­gens die Ukrai­ner selbst geschrie­ben, die jetzt in Polen arbei­ten. Tat­sa­che ist, dass die Ukrai­ne auf mei­nem You­Tube- und Face­book-Kanal nach der Anzahl der Abon­nen­ten an zwei­ter Stel­le steht. Die­se Leu­te unter­stüt­zen nicht unbe­dingt mei­ne Ansich­ten, aber sie tre­ten mit mir in Kor­re­spon­denz, drü­cken ihre Zustim­mung oder Mei­nungs­ver­schie­den­heit aus. So ler­ne ich aus ers­ter Hand viel Neu­gie­ri­ges.

War­um war es so schwer, dass Julia Timo­schen­ko, die in der Ukrai­ne sehr beliebt war, von den Wah­len ver­drängt wur­de?

- Weil sie die­sen Komi­ker in der zwei­ten Run­de offen­sicht­lich leicht besiegt hät­te. Und bevor Poro­schen­ko die Auf­ga­be gestellt hat: Julia Wla­di­mi­row­na nicht erlau­ben, den Wahl­kampf zu been­den. Für sich selbst hoff­te der Scho­ko­la­de­nolig­arch wahr­schein­lich noch auf ein Wun­der, aber nach Zelen­skys Tref­fen mit Emma­nu­el Macron, zu dem auch eini­ge bri­ti­sche Staats­bür­ger gehör­ten ( ins­be­son­de­re Alex­an­der Dani­ly­uk, ehe­ma­li­ger Finanz­mi­nis­ter der Ukrai­ne, des­sen Fami­lie hat noch eng­li­sche staats­bür­ger­schaft, hrsg. ), die­se hoff­nun­gen sind wohl ver­schwun­den. Ich den­ke, dass die Unter­ta­nen der eng­li­schen Köni­gin und orga­ni­sier­ten das berühm­te Tref­fen von Vla­di­mir Zelen­sky mit Macron, der aus gutem Grund als Pro­té­gé von Groß­bri­tan­ni­en gilt.Und als Poro­schen­ko sei­nem Riva­len fol­gend nach Paris nach Macron flog, wur­de ihm anschei­nend nur ein Ulti­ma­tum gestellt, und er konn­te es nicht igno­rie­ren. Daher gli­chen sei­ne wei­te­ren angeb­lich unge­schick­ten Aktio­nen eher Zelen­skys Hil­fe. Sogar der israe­li­sche Poli­tik­be­ra­ter Mos­he Klug­haft, den Petr Alek­see­vich enga­giert hat­te, um sein Rating zu spei­chern, tat alles, um die Posi­ti­on von Zelen­sky zu stär­ken und sei­nen „Chef“ zu ver­sen­ken.

In der Regi­on Lem­berg, in der Poro­schen­ko nach den Ergeb­nis­sen der Wah­len die meis­ten Anhän­ger für sich gewin­nen konn­te, hat­ten die Men­schen ein­fach kei­ne Zeit, sich umzu­struk­tu­rie­ren. Ein tol­les Spiel, das auf der Ebe­ne der Haupt­städ­te Kiew – Lon­don – Ber­lin – Washing­ton gespielt wur­de, hier haben nur sehr weni­ge Leu­te ver­stan­den. Der Rest der Ukrai­ne war bereit, Zelen­sky als Prä­si­den­ten zu akzep­tie­ren.

Владимир Зеленский
„Vla­di­mir Zelen­sky – ein Gemein­schafts­pro­jekt von Groß­bri­tan­ni­en und Isra­el“ Foto: © Strin­ger, RIA Novos­ti

Des­halb nen­ne ich Vla­di­mir Zelen­sky ein bri­ti­sches Pro­jekt – oder viel­mehr ein Pro­jekt der bri­ti­schen Lob­by in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Donald Trump selbst nahm zur glei­chen Zeit eine neu­tra­le Posi­ti­on ein, obwohl sein Team zunächst ver­such­te, Zelen­sky zu brem­sen. Ich darf Sie dar­an erin­nern, dass das FBI wegen des Ver­dachts auf Geld­wä­sche sogar Ermitt­lun­gen gegen Kolo­mois­ky ein­ge­lei­tet hat. Der High Court des Ver­ei­nig­ten König­reichs berich­te­te auch über die Ver­haf­tung des finan­zi­el­len Ver­mö­gens von Kolo­mois­ky und sei­nem Part­ner Bogo­lyu­bov für mehr als 2,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Auch der US-Son­der­be­auf­trag­te für die Ukrai­ne, Kurt Wal­ker, sprach sich offen für Poro­schen­ko aus. Aber dann gab Trump, der zu beschäf­tigt damit war, die ver­schie­de­nen Bestim­mun­gen des Berichts des Son­der­staats­an­walts Robert Mül­ler zu inter­pre­tie­ren, auf, was in der Ukrai­ne geschah: Gott sei mit ihnen, dann wer­den wir es her­aus­fin­den!

Die Aus­sich­ten für die Bezie­hun­gen Russ­lands zu Zelen­sky las­sen sich zumin­dest durch eine sofor­ti­ge Reak­ti­on (nach dem Ende der Wah­len) unse­res Haupt­fein­des Eng­land und sei­ner Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May beur­tei­len, die for­der­te, dass der neu gewähl­te ukrai­ni­sche Prä­si­dent „zur Abschre­ckung“ koope­riert Rus­si­sche Aggres­si­on „. Die Kura­to­ren von Zelen­sky erschie­nen sofort. Aus mei­ner Sicht hat Russ­land die­se Kräf­te­kon­fi­gu­ra­ti­on ein­deu­tig erfasst und ist weit davon ent­fernt, begeis­tert zu sein, was vie­le anläss­lich des Sie­ges des Comics zum Aus­druck brach­ten. Beson­ders als das High Court of Lon­don am Vor­abend der Pri­vat­Bank plötz­lich eine Kla­ge gegen Kolo­mois­ky ver­wei­ger­te, wur­de vie­len klar, dass dies ein 100% iger Sieg für Zelen­sky war. Der Kreml ver­stand das auch und begann sei­ne akti­ve Linie. Es ist kein Zufall, dass Russ­land drei Tage vor der zwei­ten Run­de, am 18. April, durch die Ent­schei­dung von Minis­ter­prä­si­dent Dmi­tri Med­we­dew ein Export­ver­bot für Öl und Ölpro­duk­te in die Ukrai­ne ver­hängt hat. Inter­es­san­ter­wei­se tritt das Ver­bot am 1. Juni 2019 in Kraft, dh genau dann, wenn Vla­di­mir Zelen­sky offi­zi­ell sein Amt als Prä­si­dent antritt ( nach vor­läu­fi­gen Infor­ma­tio­nen soll­te dies vor dem 3. Juni gesche­hen – Anmer­kung der Redak­ti­on ).

Natür­lich brin­gen wir sie in eine Situa­ti­on mit ziem­lich engen zeit­li­chen Schwie­rig­kei­ten. Russ­land und davor in die Ukrai­ne gelie­fert wird nicht zu viel Öl, son­dern tat es vor allem durch Bela­rus. Viel­mehr hat Minsk selbst die­se Lie­fe­run­gen getä­tigt, Reex­por­te getä­tigt und Mil­li­ar­den von Dol­lar damit ver­dient. Ende 2018 haben wir jedoch die Öllie­fe­run­gen nach Weiß­russ­land stark redu­ziert, was eine Wie­der­aus­fuhr unmög­lich mach­te. Dar­über hin­aus haben kürz­lich zwei bela­rus­si­sche Raf­fi­ne­ri­en den Wie­der­auf­bau in Angriff genom­men und pro­du­zie­ren jetzt Pro­duk­te, die um ein Viel­fa­ches unter dem geplan­ten Wert lie­gen. All dies wird natür­lich die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on in der Ukrai­ne sehr ernst­haft beein­flus­sen. Aber wir sind hier nicht die Anstif­ter – schließ­lich war es am Vor­abend Kiew, das die nächs­ten Wirt­schafts­sank­tio­nen gegen Russ­land ver­hängt hat, und wir haben sie ein­fach beant­wor­tet. Damit ist unse­re neue Linie ziem­lich durch­dacht, und ich möch­te glau­ben, dass sie in Bezug auf die Ukrai­ne wirk­sa­mer sein wird als unser gesam­ter bis­he­ri­ger Kurs.

„Ange­la Mer­kel gra­tu­lier­te Zelen­sky viel spä­ter als ande­re euro­päi­sche Füh­rer, die am Sonn­tag­abend, dem 21. April, das Haupt­quar­tier des Sie­gers anrie­fen woll­ten.“ Foto: kremlin.ru

 Der Spezialist, der zuvor für die Beziehungen zu Südossetien verantwortlich war, wurde Kurator des neuen Kurses in Richtung Ukraine

- Ich ver­ste­he rich­tig, dass die Ankunft von Zelen­sky zur Macht Ange­la Mer­kel auto­ma­tisch von den Ein­fluss­he­beln auf Kiew weg­drängt? Und jetzt, wo die­se Hebel in die Hän­de der eng­li­schen Köni­gin gelan­gen? Genau­er gesagt der bri­ti­sche Kura­to­ren­schau­stel­ler?

- Bit­te beach­ten Sie, dass Ange­la Mer­kel Zelen­sky viel spä­ter gra­tu­lier­te als ande­re euro­päi­sche Füh­rer, die am Sonn­tag­abend, dem 21. April, das Haupt­quar­tier des Sie­gers anrie­fen woll­ten. Und dann war ihr Tele­fo­nat eher kei­ne Glück­wün­sche, son­dern eine Fes­ti­gung der zuvor getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen: Sie sprach gleich­sam wie­der mit Zelen­sky über die Fort­set­zung der Zusam­men­ar­beit zwi­schen bei­den Län­dern. Deutsch­land hat­te ein­deu­tig ande­re Ansich­ten über Kiew und die dar­in ent­hal­te­ne Kräf­te­ver­ei­ni­gung. Und Mer­kel klam­mer­te sich bis zuletzt an Poro­schen­ko und traf ihn nach der geschei­ter­ten ers­ten Run­de in Ber­lin. Aber die Bri­ten haben die Deut­schen leicht auf­ge­stellt. Dies deu­tet dar­auf hin, dass Deutsch­land immer noch kein frei­es Land ist, die Besat­zungs­mäch­te Groß­bri­tan­ni­ens und der Ver­ei­nig­ten Staa­ten immer noch da sind und Ber­lin in Schlüs­sel­fra­gen kei­ne Stim­me hat. Die Situa­ti­on mit Zelen­sky wird noch ein­mal demons­triert.

Es ist offen­sicht­lich, dass die Deut­schen selbst kaum zufrie­den sind, dass ihr Land de fac­to besetzt und abhän­gig bleibt, daher rei­fen Bewe­gun­gen für sei­ne Befrei­ung inner­halb Deutsch­lands. Die Wirt­schafts­uni­on von Mos­kau und Ber­lin ist in die­sem Zusam­men­hang unser wich­ti­ges stra­te­gi­sches Fun­da­ment für die Zukunft.

- Hat Deutsch­land genug Kraft, um äuße­re Ein­flüs­se abzu­schüt­teln?

- Sie hat nicht genug inne­re Kräf­te. Die Deut­schen kön­nen nur auf den Zusam­men­bruch Lon­dons hof­fen, der sich in eine Sack­gas­se stürzt. Nicht umsonst haben die Bri­ten die Bedin­gun­gen für ihren Bre­x­it immer wie­der ver­scho­ben. Daher muss die Ukrai­ne jetzt für Groß­bri­tan­ni­en sehr nütz­lich sein: Wenn wir davon aus­ge­hen, dass der zukünf­ti­ge ukrai­ni­sche Finanz­mi­nis­ter Alex­an­der Dani­ly­uk beim Tref­fen von Zelen­sky mit Macron anwe­send war, wird Lon­don als sein Bür­ger ver­su­chen, maxi­ma­le Res­sour­cen vom Platz durch ihn zu pum­pen. Dies ist ihre Chan­ce, die bri­ti­sche Wirt­schaft vor dem Zusam­men­bruch zu ret­ten.

Was Mos­kau betrifft, so bedeu­tet der Fall von Lon­don für uns die Mög­lich­keit, ein star­kes deutsch-rus­si­sches Bünd­nis zu schlie­ßen. Daher liegt es in unse­rem Inter­es­se, den Zusam­men­bruch der bri­ti­schen Wirt­schaft zu beschleu­ni­gen. Der Bre­x­it trägt bereits dazu bei: Eng­land befin­det sich in einer völ­li­gen Sack­gas­se, wie die stän­di­ge Ver­schie­bung des EU-Aus­tritts zeigt (der letz­te Abga­be­ter­min wur­de am 31. Okto­ber 2019 bekannt gege­ben). Für sie ist jeder zukünf­ti­ge Schritt schlecht.

Dar­über hin­aus wird es ein schwe­rer Schlag für Groß­bri­tan­ni­en sein, wenn die „gel­ben Wes­ten“ immer noch zum Rück­tritt von Emma­nu­el Macron gezwun­gen wer­den.

„Die­je­ni­gen, die im Kreml den­sel­ben Kurs in Rich­tung Ukrai­ne ein­ge­schla­gen haben, wer­den ent­we­der wie Oleg Govorun (links) abge­wie­sen oder dür­fen kei­ne wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen tref­fen.“ Foto: kremlin.ru

- Etwas mehr als zwei Wochen vor den Wah­len in der Ukrai­ne wech­sel­te der Kreml wich­ti­ge Funk­tio­nä­re in der Prä­si­den­ten­ver­wal­tung der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on und ernann­te Oleg Tatiov, den inof­fi­zi­el­len Kura­tor aller ukrai­ni­schen Ange­le­gen­hei­ten, anstel­le von Oleg Govorun. Was ist neu­gie­rig auf die­se Rocha­de?

- Russ­land hat sei­ne Posi­ti­on in Bezug auf den ukrai­ni­schen Wahl­kampf schon lan­ge vor sei­ner Wahl bekun­det – als klar wur­de, dass Kiew rus­si­sche Beob­ach­ter nicht zur Wahl zulas­sen und nicht nur die Ein­woh­ner von Don­bass, son­dern auch die Wäh­ler, die in der Ukrai­ne leben, von der Lis­te strei­chen wür­de Russ­land. Die­se Posi­ti­on wur­de von Putins Pres­se­spre­cher Dmitry Pes­kov zum Aus­druck gebracht, der erklär­te, Mos­kau wür­de die Aner­ken­nung der Legi­ti­mi­tät der ukrai­ni­schen Wah­len ver­zö­gern. Fast zur glei­chen Zeit fand in der Abtei­lung unter der Kon­trol­le von Vla­dis­lav Sur­kov die von Ihnen erwähn­te Rocha­de statt, die auch eine Ände­rung des all­ge­mei­nen Kur­ses sym­bo­li­sier­te.

Im Gro­ßen und Gan­zen ist es dem Kreml egal, wer für die Ukrai­ne zustän­dig ist: Zelen­sky, Poro­s­hen­ko oder Tymos­hen­ko. Russ­land erkennt sei­ne natio­na­len Inter­es­sen und tut, was es für rich­tig hält. Dies ist ein neu­er stra­te­gi­scher Trend im Ver­hal­ten Mos­kaus, und die Aus­stel­lung rus­si­scher Päs­se für Bür­ger der DVR und LPR bleibt im Rah­men die­ses Kon­texts. Die­je­ni­gen, die im Kreml den glei­chen Kurs in Rich­tung Ukrai­ne ein­ge­schla­gen haben, wer­den ent­we­der wie Oleg Govorun abge­wie­sen oder dür­fen kei­ne wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen tref­fen. Die Grup­pe der Ent­schei­dungs­trä­ger setzt sich nun aus ande­ren Per­so­nen zusam­men.

Beach­ten Sie, dass Ale­xey Fila­tov zum Govorun ernannt wur­de, dh ein Exper­te, der zuvor für die Ver­wal­tung der Bezie­hun­gen Russ­lands zu Süd­os­se­ti­en ver­ant­wort­lich war.

- Es bedeu­tet, dass die Zer­ti­fi­zie­rung von Süd­os­se­ti­en – Ala­ni­en und sein Sta­tus als unab­hän­gi­ge, wenn auch teil­wei­se aner­kann­te Repu­blik, kaum dar­an vor­bei­ge­hen konn­te.

- Ich möch­te hin­zu­fü­gen, dass die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on mit Süd­os­se­ti­en ein Abkom­men über Inte­gra­ti­on, Ver­tei­di­gung und Sicher­heit geschlos­sen hat. Dort befin­det sich unse­re Mili­tär­ba­sis. All die­se Fra­gen wer­den dort recht­lich geprüft und per­fek­tio­niert. Mal sehen, wie sich die Ereig­nis­se in der ukrai­ni­schen Rich­tung ent­wi­ckeln wer­den, aber anschei­nend hat der Kreml bereits stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen getrof­fen. Ein­schließ­lich – durch Ändern des Kur­ses. Und am wich­tigs­ten ist, dass die­se Ent­schei­dun­gen anschei­nend vor der ers­ten Run­de der Prä­si­dent­schafts­wah­len in der Ukrai­ne getrof­fen wur­den. Sogar der Rück­tritt des Tal­kers erfolg­te im Vor­feld.

„Tokay­evs Kan­di­da­tur als Prä­si­dent passt sowohl zu Russ­land als auch zu Chi­na – in sei­ner Ver­gan­gen­heit war er Absol­vent von MGIMO und Stu­dent am Bei­jing Lin­gu­is­tic Insti­tu­te.Sol­che Leu­te gibt es nicht nur in Kasach­stan, son­dern gene­rell woan­ders. “Foto: kremlin.ru

- Wen­den wir uns einem ande­ren Staat im post­so­wje­ti­schen Raum zu – Kasach­stan. Ist der Nazar­bay­evs­ky-Strom­tran­sit als voll­stän­dig anzu­se­hen?

- Ja, hier ist alles klar. Aus der regie­ren­den Nur-Otan-Par­tei in den künf­ti­gen vor­ge­zo­ge­nen Prä­si­dent­schafts­wah­len am 9. Juni könn­ten zwei Kan­di­da­ten nomi­niert wer­den: der der­zei­ti­ge Staats­chef Kasym-Zhom­art Tokay­ev und Dari­ga Nazar­bay­e­va, die ältes­te Toch­ter von Elba­sy. Bis vor kur­zem konn­te es immer noch Zwei­fel geben, ob Toka­jew eine vor­über­ge­hen­de Zwi­schen­fi­gur war oder ob ihm die Regie­rungs­ge­schäf­te über­tra­gen wür­den. Die Intri­ge wur­de am 23. April geklärt, als Nur­sul­tan Nazar­bay­ev selbst Tokay­ev offi­zi­ell zum Prä­si­den­ten von Kasach­stan ernann­te. Ich habe kei­nen Zwei­fel, dass Kasym-Zhom­art Keme­le­vich am 9. Juni gewin­nen wird und somit die nächs­te Sei­te des kasa­chi­schen Macht­tran­sits auf­ge­deckt wird.

Dies bedeu­tet jedoch nicht, dass die Ära von Nas­ar­ba­jew in Kasach­stan not­wen­di­ger­wei­se durch die Ära von Toka­jew ersetzt wird. Immer­hin ist Toka­jew bereits 65 Jah­re alt, und mit der Zeit könn­te eine wei­te­re Figur zu sei­nen Nach­fol­gern beför­dert wer­den. Jetzt ist in der kasa­chi­schen Poli­tik jedoch Klar­heit ein­ge­tre­ten, und es gibt kei­nen Grund für Unstim­mig­kei­ten. Das poli­ti­sche Modell Kasach­stans ist, wie ich es ver­ste­he, der Mit­tel­weg zwi­schen dem ira­ni­schen und dem chi­ne­si­schen Modell, zwi­schen den Regie­rungs­sti­len von Deng Xiao­ping und Aya­tol­lah Kho­mei­ni. Am Vor­abend des Macht­über­gangs ersetz­te Nas­ar­ba­jew die Regie­rung und über­ließ die Kon­trol­le über den repu­bli­ka­ni­schen Sicher­heits­rat und die Sicher­heits­kräf­te. Was sei­ne Toch­ter Dari­ga Nazar­bay­e­va angeht, hat er sie auf den zwei­ten Platz des Staa­tes ver­legt – auf den Vor­sit­zen­den des Senats­vor­sit­zen­den. Tokay­evs Kan­di­da­tur als Prä­si­dent passt offen­bar sowohl zu Russ­land als auch zu Chi­na – in sei­ner Ver­gan­gen­heit war er Absol­vent von MGIMO und Stu­dent am Bei­jing Lin­gu­is­tic Insti­tu­te. Sol­che Men­schen sind nicht nur in Kasach­stan, son­dern auch anders­wo sel­ten.

 In den letzten 10 Jahren wurden in Frankreich etwa 2000 katholische Kirchen zerstört“

- Nun zu den Län­dern des Wes­tens: Wer soll­te vom Brand in der Kathe­dra­le Not­re Dame pro­fi­tie­ren? Waren es die­je­ni­gen, die von die­ser Tra­gö­die pro­fi­tiert haben?

- Emma­nu­el Macron ist, wie gesagt, ein bri­ti­scher Schütz­ling, und wahr­schein­lich hoff­te jemand, dass ein Feu­er in Not­re-Dame de Paris ihm hel­fen wür­de, zu über­le­ben und sei­nen Stuhl zu behal­ten. Die Bewe­gung der gel­ben „Wes­ten“ scheint zu sagen: „Ja, was sind die Kund­ge­bun­gen hier!“ Ist es jetzt Frank­reich vor ihnen? Wir müs­sen die Kathe­dra­le wie­der­be­le­ben! “Aber das hat nicht funk­tio­niert: Nach dem Brand fan­den zwei wei­te­re Pro­test­ak­tio­nen statt, und am 27. April besuch­ten 23.600 Fran­zo­sen Kund­ge­bun­gen und Demons­tra­tio­nen im gan­zen Land.

Eine ande­re Sache ist, dass das Feu­er in der Kathe­dra­le als Teil einer groß ange­leg­ten anti­christ­li­chen Kam­pa­gne ange­se­hen wer­den kann, die seit 2010 in Frank­reich aktiv betrie­ben wird. Das Jahr kommt nicht, damit die eine oder ande­re katho­li­sche Kir­che im Land plötz­lich kein Feu­er fängt oder auf Anord­nung der fran­zö­si­schen Behör­den nicht zer­stört wird. Befür­wor­ter des Abris­ses von Tem­peln begrün­den sich damit, dass der Staat kein Geld für ihren Unter­halt hat. In den letz­ten 10 Jah­ren haben nach eini­gen Quel­len in Frank­reich etwa 2.000 katho­li­sche Kir­chen und Kathe­dra­len auf­ge­hört zu exis­tie­ren. Im Som­mer 2016 wur­de das skan­da­lö­ses­te Bild der Kir­che St. Rita in Paris geschlos­sen. Spe­zi­al­ein­hei­ten dran­gen in den Tem­pel ein, der von Bull­do­zern zer­stört wer­den soll­te, unter­bra­chen den Got­tes­dienst in der Kathe­dra­le und „eva­ku­ier­ten“ alle Gemein­de­mit­glie­der außer­halb. Und der Pries­ter wur­de buch­stäb­lich drau­ßen aus sei­nen Klei­dern gezo­gen. Es sei auch dar­an erin­nert, dass die Kir­che von Saint-Sul­pi­ce bereits im März in Paris im 6. Arron­dis­se­ment unweit des Jar­din du Luxem­bourg in Brand gesteckt wur­de – genau wäh­rend des Orgel­kon­zerts, das dort statt­fand. Die eben­falls in der fran­zö­si­schen Haupt­stadt gele­ge­ne Johan­nes­kir­che wur­de am 17. März nie­der­ge­brannt. Die Poli­zei gab zu, dass es Brand­stif­tung war und setz­te den Ver­däch­ti­gen auf eine Fahn­dungs­lis­te. Aber es ist unwahr­schein­lich, dass sie gefun­den wer­den, weil die Brand­stif­tung und die Zer­stö­rung der katho­li­schen Kir­chen unter Macron einen sys­te­ma­ti­schen Cha­rak­ter erlang­ten, aber es wur­de nie gehört, dass irgend­ei­ner der Schul­di­gen für das ver­ant­wort­lich war, was getan wur­de. Die christ­li­chen Kir­chen in Frank­reich sind prak­tisch schutz­los: Die Poli­zei ver­weist auf den Man­gel an Gel­dern, die sie dar­an hin­dern, Kri­mi­nel­le zu fin­den. Aber zur glei­chen Zeit, wenn etwas mit Syn­ago­gen oder jüdi­schen Fried­hö­fen pas­siert, gräbt die fran­zö­si­sche Poli­zei ihre Nase zu Boden und der CRIF ( Rat der jüdi­schen Orga­ni­sa­tio­nen Frank­reichs - ca. Hrsg.) Gibt wüten­de Erklä­run­gen ab. Im Febru­ar 2019 ging Macron per­sön­lich auf den ent­weih­ten jüdi­schen Fried­hof im Elsass und for­der­te eine Unter­su­chung, obwohl die Ent­wei­hung der christ­li­chen Wer­te kei­nen Pro­test der fran­zö­si­schen Behör­den her­vor­rief.

Offen­sicht­lich passt das Feu­er in der Kathe­dra­le Not­re Dame in den Kon­text des­sen, wovon ich spre­che. Die Ver­si­on der Selbst­ent­zün­dung in Not­re Dame ist eine völ­li­ge Absur­di­tät. Es gab bereits die Infor­ma­ti­on, dass alle Arbei­ten im Inne­ren der Kathe­dra­le eine Stun­de vor dem Brand gestoppt wur­den, es gab kei­nen Strom auf dem Gerüst – dort konn­te kein ein­zi­ger Fun­ke durch die Dräh­te lau­fen. Und die Feu­er­wehr­män­ner wur­den erst 23 Minu­ten nach dem Beginn des Feu­ers usw. geru­fen. Es ist mir klar, dass es sich um eine vor­sätz­li­che Brand­stif­tung mit spe­zi­el­len Che­mi­ka­li­en zur Sti­mu­lie­rung der Flam­me han­del­te. Aber die fran­zö­si­schen Behör­den decken die­se Sabo­ta­ge­ope­ra­ti­on ab.

Ver­ges­sen Sie nicht, dass Emma­nu­el Macron mit der größ­ten Frei­mau­rer­lo­ge „Gro­ßer Osten Frank­reichs“ ver­bun­den ist, an deren Tref­fen im Tem­pel von Arthur Grou­se in Paris er im Juni 2016 teil­nahm. Der Kampf gegen das Chris­ten­tum ist eines der Haupt­zie­le der Frei­mau­re­rei, und in der Arbeit von Macron macht sich die­ses Ziel regel­mä­ßig bemerk­bar. Es ist sym­bo­lisch, dass wäh­rend der frei­mau­re­ri­schen Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on von 1789–1799 Sta­tu­en von der Fas­sa­de von Not­re Dame fal­len gelas­sen wur­den und Robes­pierre ver­sprach, die­se „Fes­tung des Obsku­ran­tis­mus“ im All­ge­mei­nen abzu­rei­ßen. Ja, unter den Bögen von Not­re Dame de Paris im Jahr 1804 krön­te Napo­le­on Bona­par­te das König­reich, aber dann wur­de der Tem­pel in ein Wein­la­ger ver­wan­delt und auf­ge­ge­ben – bis der berühm­te Roman von Vic­tor Hugo, der einem ver­ges­se­nen Schrein ein neu­es Leben ein­hauch­te. Jetzt wur­de Not­re Dame de Paris tat­säch­lich in den Zustand eines Wein­la­gers zurück­ge­bracht, und es wird 10 oder sogar 20 Jah­re dau­ern, bis es wie­der­her­ge­stellt ist.

- Ter­ror­an­schlä­ge auf christ­li­che Kir­chen in Sri Lan­ka anläss­lich des katho­li­schen Oster­fes­tes – Teil der­sel­ben anti­christ­li­chen Kam­pa­gne (nur auf glo­ba­ler Ebe­ne)? Und ist es zuläs­sig zu glau­ben, dass die­ser Angriff von dem prak­tisch zer­schla­ge­nen DAISH (der ara­bi­sche Name der in der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on ver­bo­te­nen Grup­pe „ISIL – Anmer­kung des Her­aus­ge­bers ) began­gen wur­de ?

- Ich den­ke, es lohnt sich kaum, sich in die­sem Zusam­men­hang an das in Russ­land ver­bo­te­ne DAISH zu erin­nern. Offi­zi­ell sind die Angrif­fe in Sri Lan­ka Rache für Neu­see­land (der Ter­ror­an­schlag in den Christ­church-Mosche­en fand am 15. März 2019 statt ).Übri­gens lese ich gele­gent­lich die Site von Vete­ra­nen der ame­ri­ka­ni­schen Geheim­diens­te (sie ist online in eng­li­scher Spra­che ver­füg­bar). Es gab eine Par­al­le­le zwi­schen dem nor­we­gi­schen Ter­ro­ris­ten Anders Brei­vik und dem Aus­tra­li­er Bren­ton Tar­rant, dem vor­ge­wor­fen wird, in Neu­see­land getö­tet wor­den zu sein. Aber ein Ein­zel­gän­ger konn­te nicht so vie­le Men­schen ver­nich­ten! Die Site ame­ri­ka­ni­scher Geheim­dienst­ve­te­ra­nen hat inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen, die Brei­vik und Tar­rant in ver­schie­de­nen Jah­ren, aber kurz vor den Anschlä­gen, neun Tage lang in Isra­el fest­hiel­ten. All dies ist also eher eine Pro­vo­ka­ti­on mit dem Ziel, zwei Reli­gio­nen in den Vor­der­grund zu rücken.

Die Sabo­ta­ge­ope­ra­ti­on in Sri Lan­ka wur­de mit teuf­li­scher Klar­heit durch­ge­führt. Die Bom­ben­an­schlä­ge in Brüs­sel und Paris 2015–2016 sind trotz ihres Aus­ma­ßes nicht mit den Ereig­nis­sen in Sri Lan­ka ver­gleich­bar. Hier ist die Hand­schrift der Sabo­ta­ge­grup­pe.Infol­ge der Tra­gö­die waren unter den Toten drei Kin­der des däni­schen Mil­li­ar­därs Anders Holk Poul­sen. Dies ist auch ein bered­tes Detail. Ich erin­ne­re Sie dar­an, dass als die Tita­nic am 15. April 1912 unter­ging, unter den Ver­sio­nen der Kata­stro­phe auch die Annah­me bestand, Kon­kur­ren­ten auf solch raf­fi­nier­te Wei­se aus­zu­schal­ten: Es ist bekannt, dass die dama­li­gen Olig­ar­chen an Bord der Tita­nic waren. Im Fall von Sri Lan­ka ist es unmög­lich, die Mög­lich­keit aus­zu­schlie­ßen, dass die Ope­ra­ti­on ange­sichts des all­ge­mei­nen anti­christ­li­chen Cha­rak­ters auch gegen bestimm­te Per­so­nen gerich­tet war.

Weni­ge Leu­te schrei­ben heu­te, dass Sri Lan­ka ein sozia­lis­ti­sches Land ist, das mit Russ­land und Chi­na ver­bun­den ist und zum chi­ne­si­schen Tran­sit­han­del gehört. Sein Prä­si­dent, Mai­tri­pa­la Siri­sena, war in sei­ner Jugend Mit­glied der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei von Cey­lon und hat bis heu­te sozia­lis­ti­sche Über­zeu­gun­gen bewahrt. In sei­nem Hei­mat­land kämpft er mit einer Grup­pe libe­ra­ler Poli­ti­ker, die tra­di­tio­nell von Lon­don unter­stützt wer­den. Die Explo­sio­nen in Kir­chen und Hotels sind auch ein Schlag für den amtie­ren­den Prä­si­den­ten der Repu­blik, und ich schlie­ße die Lon­do­ner Spur bei die­sen Ereig­nis­sen nicht aus. Was hat DAISH denn mit den Gräu­el­ta­ten in Sri Lan­ka zu tun? Dies ist ein Drei-Geheim­dienst­pro­jekt: der bri­ti­sche MI-6, die ame­ri­ka­ni­sche CIA und der israe­li­sche Mos­sad. Eine bri­ti­sche Hand­schrift ist hier also ohne­hin nicht aus­zu­schlie­ßen. Loka­le Schtetl-Ter­ro­ris­ten sind nicht unter Druck. Die Sabo­ta­ge­ope­ra­ti­on in Sri Lan­ka umfass­te den geo­po­li­ti­schen Aspekt, den geschäft­li­chen Aspekt, die anti­christ­li­che Bot­schaft und die Blo­ckie­rung des chi­ne­si­schen Pro­jekts „One Belt, One Way“ – alles in einer Fla­sche.

 Wir hatten selbst in Syrien nirgendwo anders die Erfahrung einer so gut koordinierten Arbeit wie in Venezuela

- Vene­zue­la tobt immer noch: Am 30. April wur­de hier ein wei­te­rer Ver­such eines Staats­streichs unter der Füh­rung des selbst­er­nann­ten „Prä­si­den­ten“ Juan Guay­do unter­nom­men. In der Zwi­schen­zeit haben Sie in Ihren Vide­os aufYou­Tube fest­ge­stellt, dass Russ­land Vene­zue­la sei­ne Sie­ge zuschrei­ben könn­te. Außer­dem waren alle „Kreml-Tür­me“ gleich­zei­tig hier: sogar der libe­ra­le Block der rus­si­schen Regie­rung – und er zeich­ne­te sich aus.

Zumin­dest bis vor kur­zem konn­ten der offi­zi­el­le Cara­cas und der vene­zo­la­ni­sche Prä­si­dent Nico­las Madu­ro die Macht im Land behal­ten.“ Natür­lich nicht ohne die Unter­stüt­zung Russ­lands. Eine rus­si­sche Dele­ga­ti­on unter der Lei­tung des stell­ver­tre­ten­den Finanz­mi­nis­ters Ser­gei Storchak flog nach Cara­cas und schlug Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der vene­zo­la­ni­schen Wirt­schaft vor. Natür­lich wür­de ich Ros­neft und Igor Sechin bei der Unter­stüt­zung Vene­zue­las an die ers­te Stel­le set­zen, aber ohne Abstim­mung mit dem Finanz­mi­nis­te­ri­um wären sie geschei­tert. Es stell­te sich her­aus, dass es sich um ein unge­wöhn­lich erfolg­rei­ches und gut koor­di­nier­tes Bünd­nis han­del­te, an dem das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on direkt betei­ligt war. Im März wur­de eine Grup­pe rus­si­scher Mili­tärs, ange­führt vom ehe­ma­li­gen Chef der Haupt­ab­tei­lung für Orga­ni­sa­ti­ons­mo­bi­li­sie­rung des rus­si­schen Gene­ral­stabs der Streit­kräf­te und jetzt dem Stabs­chef der Boden­trup­pen, Gene­ral­oberst Vasi­ly Tono­sh­kurov, an Bord der Flug­zeu­ge An-124 und Il-62 nach Cara­cas gebracht. Fast zeit­gleich gin­gen unse­re Spe­zia­lis­ten für Cyber- und Spe­zi­al­ope­ra­tio­nen nach Vene­zue­la, um die Lan­des­ver­tei­di­gung zu stär­ken und eine mög­li­che mili­tä­ri­sche Aggres­si­on abzu­weh­ren.

Ros­neft ver­such­te es auch: Das euro­päi­sche Büro des vene­zo­la­ni­schen staat­li­chen Ölkon­zerns PDVSA zog von Lis­sa­bon nach Mos­kau. Aber das Büro zu ver­le­gen ist die hal­be Mie­te, aber die tech­no­lo­gi­schen und finan­zi­el­len Ket­ten wie­der auf­zu­bau­en … Trotz­dem ist es den rus­si­schen Spe­zia­lis­ten im Kon­takt mit den Vene­zo­la­nern gelun­gen, dies zu tun.

Unse­re Indus­tri­el­len soll­ten eben­falls gelobt wer­den: Wir haben die west­li­che Aus­rüs­tung der vene­zo­la­ni­schen Was­ser­kraft­wer­ke umge­hend durch die rus­si­sche ersetzt und sie funk­tio­niert nun regel­mä­ßig dort. Wie der Unfall vom März in einem der größ­ten Was­ser­kraft­wer­ke Vene­zue­las, El Guri, gezeigt hat, war west­li­che Aus­rüs­tung Sabo­ta­ge aus­ge­setzt ( infol­ge­des­sen wur­de in der Haupt­stadt und in 21 von 23 Bun­des­staa­ten der Strom abge­schal­tet - Anmer­kung der Redak­ti­on ). All dies geschah in einem har­ten Betriebs­mo­dus und sogar mit einer Gefahr für das Leben (es gab Berich­te, dass Scharf­schüt­zen auf Was­ser­kraft­wer­ke schos­sen).

Ich möch­te beto­nen, dass wir die Erfah­rung einer so gut koor­di­nier­ten Team­ar­beit, wie sie unser Team in Vene­zue­la gezeigt hat (Syn­chron­ak­tio­nen des Finanz­mi­nis­te­ri­ums, des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, des MIC, Ros­neft usw.), selbst in Syri­en nir­gend­wo anders erlebt haben. In dem Syri­en­kon­flikt han­del­te unser vor­wie­gend Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um und hier meh­re­re rus­si­sche Abtei­lun­gen und Unter­neh­men gleich­zei­tig. Ich den­ke, dies kann mit der Umset­zung des Kon­zepts des Anti-Hybrid-Krie­ges kor­re­liert wer­den, das der Gene­ral­stabs­chef der rus­si­schen Streit­kräf­te, Vale­ry Gerasi­mov, am 1. März 2019 pro­kla­mier­te. Las­sen Sie mich dar­an erin­nern, dass es am Frun­ze-Damm in Mos­kau ein natio­na­les Zen­trum für Ver­tei­di­gungs­ma­nage­ment der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on gibt. In die­sem Sin­ne haben wir tat­säch­lich auf vene­zo­la­ni­schem Gebiet das fort­schritt­li­che Kri­sen­zen­trum die­ses Zen­trums geschaf­fen.

Die­se Erfah­rung garan­tiert natür­lich nicht unse­ren end­gül­ti­gen Sieg. Wenn die ame­ri­ka­ni­schen Schif­fe mor­gen mit ihren Rake­ten und Toma­hawks mas­siv auf Vene­zue­la schie­ßen, wer­den sie dann die Luft­ver­tei­di­gung über­le­ben? Es ist jedoch offen­sicht­lich, dass min­des­tens meh­re­re Ver­su­che eines Staats­streichs in Cara­cas von uns neu­tra­li­siert wur­den. Der ers­te Ver­such, der anglo-israe­li­sche, war mit Pro­vo­ka­tio­nen und Pro­tes­ten am Tag der Amts­ein­füh­rung von Nico­las Madu­ro Anfang Janu­ar 2019 ver­bun­den.Der Betrü­ger hät­te nach der Ver­hin­de­rung der Amts­ein­füh­rung in den Vor­der­grund tre­ten sol­len. Trotz­dem geschah dies nicht, Madu­ro trat sein Amt an und sag­te, dass die Regie­rung, die er lei­tet, und er selbst „die Sou­ve­rä­ni­tät des Lan­des um jeden Preis ver­tei­di­gen wird“.

Es folg­te eine neue, groß ange­leg­te Wel­le von Ral­lyes und mas­si­ven Licht­aus­fäl­len, die wir aber auch erfolg­reich unter­drück­ten. Der Feind hat noch die Mög­lich­keit einer mili­tä­ri­schen Inter­ven­ti­on, aber in Vene­zue­la gibt es kuba­ni­sche Spe­zi­al­ein­hei­ten, unse­re und chi­ne­si­sche Mili­tär­ex­per­ten. Eine ande­re Fra­ge ist also, wie ein Ver­such einer mili­tä­ri­schen Inter­ven­ti­on für Ame­ri­ka­ner enden kann. Wenn Sie auf US-Schif­fen ein Rake­ten­paar tref­fen, wird die­ser gesam­te Ein­griff wahr­schein­lich schnell enden. Es ist auf jeden Fall klar, dass der Kampf um Vene­zue­la wei­ter­ge­hen wird, aber was wir bereits getan haben, ist ein gro­ßer tech­no­lo­gi­scher Fort­schritt.

- Und im Sudan haben wir mit der erzwun­ge­nen Abrei­se des dama­li­gen Prä­si­den­ten Al-Bas­hir ver­lo­ren?

- Dies ist die zwei­te Linie des Anti-Hybrid-Krie­ges. Sudan ist eine ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Kolo­nie. Dem­entspre­chend sind die Haupt­aus­lö­ser des loka­len Kon­flikts wie­der Eng­land und Isra­el. Kurz vor sei­nem Sturz schlug der suda­ne­si­sche Prä­si­dent Omar al-Bas­hir Russ­land vor, eine Mili­tär­ba­sis in sei­nem Land zu errich­ten. Wir waren nicht dage­gen: Für uns wäre es eine sehr gute Opti­on, eine sol­che Basis im Roten Meer zu eröff­nen. Mit die­sem Umstand ver­bin­de ich die im Sudan orga­ni­sier­te has­ti­ge Farb­re­vo­lu­ti­on.

Es gibt einen sehr wich­ti­gen Punkt, der zeigt, in wel­chem har­mo­ni­schen Bünd­nis Groß­bri­tan­ni­en und Isra­el auf der inter­na­tio­na­len Büh­ne auf­tre­ten. Das glei­che Isra­el brach­te den der­zei­ti­gen bra­si­lia­ni­schen Prä­si­den­ten Zhai­re Bol­so­nar an die Macht, und zwei israe­li­sche Olig­ar­chen finan­zier­ten sei­nen Wahl­kampf (das Land hat übri­gens die größ­te Syn­ago­ge in Latein­ame­ri­ka). Wir kön­nen sagen, dass Bol­so­nar der ört­li­che Zelen­sky ist. Bra­si­li­en setz­te Vene­zue­la unter Druck, als es sei­nen Ver­pflich­tun­gen nach­kam.

Etwa das glei­che Sche­ma ver­such­te man im Sudan umzu­set­zen. Es wur­den sehr ähn­li­che Metho­den ange­wen­det, die zuvor in Vene­zue­la ange­wen­det wur­den: Ins­be­son­de­re am 7. April wur­de der Strom im gesam­ten Sudan plötz­lich abge­schal­tet. Die Mas­sen waren natür­lich empört. Infol­ge­des­sen über­nahm das Mili­tär die Macht, ver­haf­te­te den Prä­si­den­ten, wei­ger­te sich jedoch, ihn an ein inter­na­tio­na­les Gericht aus­zu­lie­fern. Es ist also mög­lich, dass es im letz­ten Moment zu einer Macht­un­ter­bre­chung kam und wir im Sudan nichts ver­lo­ren haben. Im Gegen­teil, wir haben neue Erfah­run­gen mit der Ein­däm­mung von Farb­re­vo­lu­tio­nen durch prä­ven­ti­ve Mili­tär­ak­tio­nen gesam­melt. Wäh­rend Infor­ma­tio­nen dar­über nicht sehr viel sind. Aber ich den­ke, wir haben eine erfolg­rei­che vor­beu­gen­de Ope­ra­ti­on durch­ge­führt, um den Suda­ne­sen Zelen­sky an der Macht zu hin­dern, der bereits dort bereit war.

Ich wie­der­ho­le: Es scheint mir, dass der Kreml eine neue Außen­po­li­tik beschließt, die voll­stän­dig auf Erwä­gun­gen der natio­na­len Sicher­heit Russ­lands und nicht auf irgend­et­was ande­rem basiert. Die­ser Kurs kann noch im Detail ange­passt wer­den, wird aber im All­ge­mei­nen anders sein als in den Vor­jah­ren.

„Jetzt hat Russ­land die Mit­tel, um die Zer­stö­rung aller wich­ti­gen Ent­schei­dungs­zen­tren des Wes­tens sicher­zu­stel­len. Damit kön­nen wir bereits einen wei­te­ren stra­te­gi­schen Kurs in unse­rer Außen­po­li­tik umset­zen. “Foto:„ BUSINESS Online “

- Wir haben auf einen neu­en Kurs aus dem Kreml gewar­tet.

Alles wird sehr ein­fach erklärt: Wir hat­ten kei­ne Zir­cons zur Ver­fü­gung ( rus­si­sche Hyper­schall-Anti­schiff-Marsch­flug­kör­per ). Und vie­les mehr, also muss­ten wir manö­vrie­ren. Wla­di­mir Putin war jedoch am 23. April per­sön­lich anwe­send, als die bei­den neu­es­ten rus­si­schen Schif­fe in St. Peters­burg ( auf der Sever­na­ya Ver­fed . ) Fei­er­lich in Dienst gestellt wur­den. Und am wich­tigs­ten ist, dass er den Start des neu­es­ten und größ­ten Atom-U-Boo­tes Bel­go­rod der Welt live mit­ver­folg­te. Der Unter­schied zu ande­ren U-Boo­ten besteht dar­in, dass es zum regel­mä­ßi­gen Trä­ger eines unbe­mann­ten Unter­was­ser-Luft­fahr­zeugs mit einem Kern­kraft­werk von Posei­don wird. Dies ist eine ande­re geo­po­li­ti­sche Rea­li­tät. „Posei­dons“ kön­nen garan­tiert Lon­don, New York, Washing­ton und ande­re Städ­te des Wes­tens zer­stö­ren, die sich in der Küs­ten­zo­ne befin­den. Das Gerät (das übri­gens einen nuklea­ren Spreng­kopf tra­gen kann) ist in der Lage, eine rie­si­ge Wel­le aus­zu­lö­sen, die Lon­don zusam­men mit sei­ner trans­na­tio­na­len Eli­te, die Russ­land seit meh­re­ren hun­dert Jah­ren aus­trickst, ein­fach weg­spült. Mit dem Ein­satz von „Zir­cons“, „Dag­gers“ ( rus­si­sches Hyper­schall­flug­kör­per­sys­tem, Hrsg.) Und „Posei­dons“ kön­nen wir es uns bereits leis­ten, die Außen­po­li­tik der Ukrai­ne zu ändern. Und das hof­fe ich nicht nur für sie.

Lan­ge Zeit glaub­te der Wes­ten, dass Posei­dons und Dol­che ein Bluff waren, aber jetzt wur­de es über­zeugt, dass es eine Rea­li­tät war. Nicht umsonst flog Fio­na Hill, Direk­to­rin für Russ­land und Eura­si­en des Natio­na­len Sicher­heits­ra­tes der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, im Gehei­men nach Mos­kau. Sie ist auch die Autorin des bekann­ten Buches „Mr. Putin: ein Akti­vist im Kreml“, und man kann sagen, dass die anti-rus­si­sche Linie in ihren Ansich­ten immer ver­folgt wur­de. Aber jetzt ändern sich ihre Ansich­ten unter Druck, eben­so wie die Ansich­ten des ehe­ma­li­gen US-Außen­mi­nis­ters Geor­ge Schulz, des ehe­ma­li­gen US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Wil­liam Per­ry und des ehe­ma­li­gen US-Sena­tors Samu­el Nunn, die Trump in ihrem Arti­kel im Wall Street Jour­nal auf­for­der­ten, die Bezie­hun­gen zu Russ­land zu ver­bes­sern. „Um die­sen töd­li­chen Abgrund zu über­win­den, müs­sen wir die stra­te­gi­sche Zusam­men­ar­beit mit Russ­land wie­der auf­neh­men“, schrei­ben die Autoren. Ich erin­ne­re Sie dar­an, dass 2014 im Zusam­men­hang mit der Lage in der Ukrai­ne die­sel­ben Per­so­nen Sank­tio­nen gegen die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on und die Aus­bil­dung von Trup­pen gefor­dert haben. Jetzt sehen ihre Anru­fe dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt aus. Das heißt aber nicht, dass sie das Licht gese­hen haben. Es ist nur so, dass Russ­land bereits über Super­waf­fen ver­fügt und Mit­tel für die garan­tier­te Zer­stö­rung aller wich­ti­gen Ent­schei­dungs­zen­tren des Wes­tens vor­han­den sind. Daher kön­nen wir in unse­rer Außen­po­li­tik bereits einen ande­ren stra­te­gi­schen Kurs umset­zen.