Igor Panarin: „Im Oktober 1917 funktionierte das Backup-Szenario der Rettung des Landes“

Ein bekannter politischer Analytiker darüber, wie die königlichen Generäle die proletarische Revolution des 17. Jahres gemacht haben und warum Stalins richtiger Name Przhevalsky ist

Die Ein­nah­me von Post und Tele­gra­phen im revo­lu­tio­nä­ren Petro­grad wur­de nicht von Lenin orga­ni­siert, son­dern von Gene­ral Pota­pov in Zusam­men­ar­beit mit Sta­lin und Dzerz­hin­sky, sag­te Igor Pana­rin, Pro­fes­sor und Lei­ter der InfoS­pets­naz-Ver­ei­ni­gung. Sei­ne Ver­si­on davon, wie patrio­ti­sche zaris­ti­sche Gene­rä­le Keren­sky die Macht über­nah­men und auf den II. Sowjet­kon­greß über­trug, war Trotz­ki, ein Agent des MI6, der die Frei­mau­rer-Weiß­be­we­gung gestoppt hat­te und was das Geheim­nis von Sta­lins Geburt ist, erzähl­te Pana­rin in einem Inter­view mit BUSINESS Online.

Igor Panarin erzählt, wie zaristische Generäle die 17. proletarische Revolution gemacht habenPRZHEVALSKY UND STALIN WAR NUR EIN PHÄNOMENSPEICHER

- Igor Niko­la­e­vich, heu­te ist der 101. Jah­res­tag der Gro­ßen Okto­ber­re­vo­lu­ti­on.Vor kur­zem haben Sie Ihre Visi­on von den Ursa­chen und ver­bor­ge­nen Mecha­nis­men des Jah­res 1917 vor­ge­stellt, in der Sie erwähnt haben, dass die Okto­ber­re­vo­lu­ti­on mit Hil­fe patrio­ti­scher Gene­rä­le hät­te orga­ni­siert wer­den kön­nen. In die­sem Fall gehen Sie davon aus, dass Joseph Sta­lin der unehe­li­che Sohn des Rei­sen­den Niko­lai Prz­he­valsky war. Was ist die Grund­la­ge für eine solch muti­ge Hypo­the­se?

- Zum ers­ten Mal über die auf­fal­len­de Ähn­lich­keit mit Joseph Sta­lin und Niko­lai Prz­he­valsky hat­te ich vor eini­gen Jah­ren in St. Peters­burg die Gele­gen­heit zum Nach­den­ken. Ich kam an dem Denk­mal vor­bei, das im Alex­an­der­gar­ten instal­liert ist. Ein ver­hei­ra­te­tes Paar von 40 Jah­ren ging hin­ter mir her, Tou­ris­ten, und ich hör­te mei­ne Frau zu mei­nem Mann sagen: „Oh, sie haben Sta­lin ein Denk­mal gesetzt!“ Ich wand­te mich ihnen zu und sag­te: „Das ist kein Sta­lin.“„Und wer?“ Sie waren über­rascht. „Prz­he­valsky“.

Aber ich erin­ne­re mich, dass mich die schwer zu erklä­ren­de Ähn­lich­keit des gro­ßen Rei­sen­den mit dem „Füh­rer der Natio­nen“ beein­druckt hat: das­sel­be erkenn­ba­re Pro­fil, üppi­ge Schnurr­bär­te, frei gestreck­te Schul­tern mit Gene­rals­äp­pern, die, wenn man sie aus der Fer­ne betrach­tet, mit Gene­ra­lis­si­mo-Epau­let­ten ver­wech­selt wer­den kann.Natür­lich gibt es kei­ne doku­men­ta­ri­schen Bele­ge für die Blut­be­zie­hung zwi­schen Prsche­wal­ski und Sta­lin. Es wur­den kei­ne archi­vier­ten Infor­ma­tio­nen mit Brief­mar­ken auf­be­wahrt … Als ich mich jedoch für die­ses The­ma inter­es­sier­te, erhielt ich Infor­ma­tio­nen von einer Per­son, der ich ver­traue – dass sich Niko­lai Michailo­witsch Prsche­valsky im Früh­jahr 1878 in Gori wirk­lich aus­ge­ruht hat­te und gera­de dort Rast mach­te wo Eka­te­ri­na Gelad­ze, die zukünf­ti­ge Mut­ter von Sta­lin, als Dienst­mäd­chen dien­te. Strei­tig­kei­ten dar­über, wo sich Prz­he­valsky in die­sem Zeit­in­ter­vall (Win­ter-Früh­jahr 1878) erho­len könn­te, dau­ern jedoch immer noch an, Gori ist jedoch einer der ver­meint­li­chen Orte. Und war­um soll­te man dann nicht zulas­sen, dass der berühm­te Wis­sen­schaft­ler, der ein cha­ris­ma­ti­sches und attrak­ti­ves Män­ner­bild besaß, von der noch jun­gen 20-jäh­ri­gen Eka­te­ri­na Gelad­ze mit­ge­ris­sen wer­den konn­te?

Erin­nern wir uns, wer Prze­wal­ski ist. Er ist nicht nur For­scher und Ent­de­cker, er ist auch ein her­aus­ra­gen­der rus­si­scher Geheim­dienst­ler, Gene­ral­ma­jor des rus­si­schen Gene­ral­stabs, der wie­der­holt deli­ka­te Anwei­sun­gen der Regie­rung aus­ge­führt hat. Gleich­zei­tig starb bei sei­nen ris­kan­ten Expe­di­tio­nen nach Zen­tral­asi­en nie­mand, was für die Geschich­te gro­ßer geo­gra­phi­scher Ent­de­ckun­gen abso­lut ein­zig­ar­tig ist.

Ein wei­te­res cha­rak­te­ris­ti­sches Detail: Sowohl Prsche­wal­ski als auch Sta­lin hat­ten eine phä­no­me­na­le Erin­ne­rung.Joseph Vis­sa­ri­o­no­vich kann­te unmiss­ver­ständ­lich die Namen, Vor­na­men und Patro­nym­na­men aller Kom­man­dan­ten sei­ner Divi­sio­nen, und im Gro­ßen Vater­län­di­schen Krieg befan­den sich etwa 2.000 davon. Für Niko­lai Michailo­witsch muss­te er als glo­ba­ler Nach­rich­ten­dienst­of­fi­zier ein­fach eine Men­ge Infor­ma­tio­nen im Kopf behal­ten, denn wäh­rend sei­ner Bewe­gun­gen in Zen­tral­asi­en konn­te nicht alles mit einem Blei­stift auf­ge­nom­men wer­den. Sie ver­ste­hen, dass nicht alles auf Papier fixiert wer­den kann – es war not­wen­dig, sich etwas zu mer­ken und erst dann wie­der­her­zu­stel­len.

Der drit­te Punkt: Ich stu­dier­te den Lebens­weg des zukünf­ti­gen Füh­rers der Völ­ker und kam zu dem Schluss, dass, wenn sein Schick­sal flie­ßen wür­de, ohne die Unter­stüt­zung bestimm­ter Kräf­te Sta­lin wahr­schein­lich nicht Sta­lin wer­den wür­de. Wenn ich jedoch mein Kon­zept akzep­tie­re, dann zer­setzt sich alles im Leben die­ses unge­wöhn­li­chen Men­schen irgend­wie in den Rega­len und es wird extrem klar.

Ich erin­ne­re mich, wie ich in der Sowjet­uni­on die wun­der­ba­ren Memoi­ren von Gene­ral­leut­nant Ale­xei Igna­tiev gele­sen habe: „Fünf­zig Jah­re in den Rei­hen.“ Ich war weit davon ent­fernt zu glau­ben, dass Sta­lin der Sohn von Prz­he­valsky sein könn­te, aber ich war schon beein­druckt, wie ein bril­lan­ter Aris­to­krat, ein Mann, der zu einer der fürst­li­chen Fami­li­en des kai­ser­li­chen Russ­lands Igna­tiev gehör­te, und sei­nem Bru­der in der Zukunft die Grund­la­ge der per­sön­li­chen Intel­li­genz Sta­lins bil­de­te. . War­um Erin­nern wir uns dar­an, dass sein Vater, Ale­xej Paw­lo­witsch Ignat­jew, der Gou­ver­neur war und gleich­zei­tig rechts­ex­tre­me Ansich­ten ein­hielt. Sein Onkel Niko­lai Paw­lo­witsch Ignat­jew, der die Wei­ten des Fer­nen Ostens ohne einen ein­zi­gen Schuß mit dem Reich ver­bun­den hat­te, war Innen­mi­nis­ter des Rei­ches und einer der Grün­der des „hei­li­gen Trupps“, einer gehei­men mon­ar­chi­schen Struk­tur, die 1881 nach der Ermor­dung von Kai­ser Alex­an­der II. Orga­ni­siert wur­de den revo­lu­tio­nä­ren Ter­ror zu bekämp­fen. Sei­ne Nef­fen, die ich bereits erwähnt habe, wur­den wich­ti­ge Bewoh­ner des rus­si­schen Mili­tär­ge­heim­diens­tes in Paris und Bern und unter­stütz­ten Sta­lin enorm. Man kann nicht umhin zu fra­gen, ob es im Leben von Igna­tiev und im Leben von Joseph Vis­sa­ri­o­no­vich eini­ge neue Inter­ak­ti­ons­li­ni­en gibt, von denen wir nichts wis­sen und die auf der Ober­flä­che nicht sicht­bar sind.

Wenn wir davon aus­ge­hen, dass die Ver­si­on von Sta­lins Ursprung nicht völ­lig grund­los ist, dann wird das Bild addiert und alle Details fin­den ihre Rät­sel: Febru­ar und Okto­ber 1917, wei­te­re Ereig­nis­se und sogar das Ber­ner Duell von Allen Dul­les . ) mit Stir­litz ( Ereig­nis­se, die mit gehei­men Ver­hand­lun­gen zwi­schen dem Ver­tre­ter der „Alli­ier­ten“ Dul­les und den höchs­ten SS-Rän­gen ver­bun­den waren, bil­de­ten die Grund­la­ge für „Seven­te­en Moments of Spring, – ed. ). Es gibt übri­gens eine Ver­si­on, dass Stir­litz ein kol­lek­ti­ves Bild der Brü­der Igna­tiev und ihrer Resi­denz ist, das in Euro­pa geschaf­fen wur­de und in der Schweiz her­vor­ra­gend funk­tio­niert hat. Nur eine begrenz­te Anzahl von Men­schen konn­te die­se Resi­denz ver­wal­ten – das ist seit dem spä­ten 19. Jahr­hun­dert der Brauch. An einem bestimm­ten Punkt wur­de Sta­lin der Schlüs­sel zur euro­päi­schen Resi­denz über­ge­ben, weil er aus mei­ner Sicht der Sohn eines her­vor­ra­gen­den Prze­wal­ski-Geheim­diens­tes war, der zu den ande­ren Wür­den­trä­gern des Hei­li­gen Trupps gehör­te.

Bei all dem – den Grün­den für den Erfolg von Sta­lin im Jahr 1917 und in sei­nem Kampf mit Leon Trotz­ki (Ley­boy Bron­stein), der selbst in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten vom bri­ti­schen Geheim­dienst MI-6 rekru­tiert wur­de. Nie­mand – weder Wla­di­mir Lenin noch ande­re berühm­te Revo­lu­tio­nä­re – hat­te eine so star­ke Unter­stüt­zung wie Joseph Vis­sa­ri­o­no­vich.

 Ich erin­ne­re mich, ich war beein­druckt von die­ser schwer erklär­ba­ren Ähn­lich­keit eines gro­ßen Rei­sen­den mit dem„ Füh­rer der Natio­nen “: das­sel­be erkenn­ba­re Pro­fil, üppi­ge Schnurr­bär­te, freie Schul­tern.

 INNERHALB MILITÄR-EXPLORATION UND INNERHALB DER MIA EINE GRUPPE VON PATRIOTEN-PROFESSIONALS GEFORMT

- Wenn Sta­lin sich sei­ner Her­kunft bewusst war, war­um hat er sie dann ver­steckt? Unter den revo­lu­tio­nä­ren Bol­sche­wi­ki galt edles Blut nicht als schänd­lich: Lenin, Tschit­schin, Schdanow, Dser­schin­skij und Malen­kow usw. gehör­ten einer Adli­gen-Klas­se an.

- Ich den­ke, das ist die zwei­te oder drit­te Tie­fe. Nach 1905 wur­de klar, dass sich das Land in Rich­tung radi­ka­ler Ver­än­de­run­gen bewegt. In die­ser Hin­sicht, so scheint es mir, scheint sich eine Linie des Dupli­zie­rens des Rei­ches zu bil­den, aber buch­stäb­lich waren eini­ge Leu­te die­sen Pro­zes­sen gewid­met. Sta­lin selbst wur­de erst um 1912 geweiht.Dies ist mein Punkt, mit dem Sie argu­men­tie­ren kön­nen.Mög­li­cher­wei­se besaß er bis 1912 eini­ge Infor­ma­tio­nen, hat­te jedoch kein voll­stän­di­ges Bild. Er war nicht ange­zo­gen, ach­te­te dar­auf, dass er sich vor­her nicht „anzün­de­te“. Es sei jedoch dar­an erin­nert, dass es Vor­her­sa­gen von Sehern gab, die davor warn­ten, dass 36 Jah­re nach 1881 kata­stro­pha­le Ereig­nis­se in Russ­land ein­tre­ten könn­ten ( nach 36-jäh­ri­gen his­to­ri­schen Zyklen, die in der rus­si­schen Geschich­te seit dem Tod des Königs refor­mer auf­ge­zeich­net wur­den: 1881, 1917, 1953, 1989) – Ed. ). Daher berei­te­ten sich nicht nur Bri­ten, Mau­rer und ähn­li­che Bür­ger im Vor­feld auf die Rus­sen von 1917 vor, son­dern, wie ich glau­be, zwei patrio­ti­sche Struk­tu­ren im Rus­si­schen Reich. Sie berei­te­ten ihre eige­ne Vor­ge­hens­wei­se vor, die im Okto­ber 1917 funk­tio­nier­te.

- Wenn wir von den „zwei patrio­ti­schen Struk­tu­ren“ spre­chen, mei­nen wir vor allem das mili­tä­ri­sche Nach­rich­ten­korps?

- Ja, mili­tä­ri­scher Geheim­dienst, aber nicht nur. In der Ver­gan­gen­heit hat­te ich eine inter­es­san­te Erfah­rung – ich habe vier Jah­re an der Aka­de­mie für Manage­ment des Innen­mi­nis­te­ri­ums der Geschäfts­füh­rung und der Per­so­nal­re­ser­ve des Minis­ters bei­gebracht. Um mei­ne Vor­trä­ge inter­es­san­ter zu gestal­ten, habe ich ver­sucht, die Arbei­ten und Mate­ria­li­en zu den vor­re­vo­lu­tio­nä­ren Akti­vi­tä­ten des Innen­mi­nis­te­ri­ums im Rus­si­schen Reich so gut wie mög­lich zu stu­die­ren. Tat­sa­che ist, dass die­se Struk­tu­ren, die jetzt FSB, FSO usw. genannt wer­den, zu die­ser Zeit Teil des zaris­ti­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums waren. An der­sel­ben Stel­le gab es eine offen­si­ve Intel­li­genz, die so genannt wur­de. Als 1906 Peter Sto­ly­pin (der übri­gens auch zum „hei­li­gen Trupp“ gehör­te) Innen­mi­nis­ter wur­de, befahl er dem Dienst aus­län­di­scher Geheim­diens­te, die äuße­ren Quel­len der Ers­ten Rus­si­schen Revo­lu­ti­on her­aus­zu­fin­den. Die wich­tigs­te Schluss­fol­ge­rung aus die­ser Unter­su­chung: Die Mau­rer stell­ten die meis­ten Gel­der für die Revo­lu­ti­on bereit. Soweit ich das beur­tei­len kann, bil­de­te sich in die­sem Moment eine Grup­pe pro­fes­sio­nel­ler Patrio­ten, die sich im mili­tä­ri­schen Geheim­dienst und inner­halb des Innen­mi­nis­te­ri­ums gebil­det hat­ten und sich um das Schick­sal des Rei­ches sorg­ten.Sie haben das Hand­lungs­mo­dell in einer Kri­sen­si­tua­ti­on auf­ge­baut. Wir alle erin­nern uns, dass in der Sicher­heits­ab­tei­lung (einer Struk­tur inner­halb des Innen­mi­nis­te­ri­ums, die für poli­ti­sche Ermitt­lun­gen zustän­dig war ), ver­sucht wur­de, die Kon­trol­le über die revo­lu­tio­nä­re Bewe­gung zu über­neh­men. Der Schwer­punkt lag jedoch immer noch auf der Ent­wick­lung eines eige­nen Sze­na­ri­os im Kri­sen­fall und dem Zusam­men­bruch des Rei­ches. Die Haupt­sa­che – auf kei­nen Fall soll­te die­ses Sze­na­rio „glän­zen“.

- Sto­ly­pin war die­sem gewid­met?

War­um glaubst du, wur­de er getö­tet?“ Gen­dar­mens Oberst­leut­nant Geor­gy Metz fass­te alle Daten des Nach­rich­ten­diens­tes und der euro­päi­schen Resi­denz zusam­men. Auf die­ser Grund­la­ge wur­de ein Bericht an Kai­ser Niko­laus II . Erstellt. Die Stu­die von Metz wur­de als „Über die Essen­zen und Zie­le der World Socie­ty of Frank-Masons“ bezeich­net. Neben dem Oberst­leut­nant betei­lig­te sich Rata­ev, Chef der Cor­don-Intel­li­genz, aktiv an der Samm­lung von Infor­ma­tio­nen für den Bericht (er berei­te­te eine geson­der­te Notiz vor, in der er „die erns­te anti-staat­li­che Bedeu­tung der Wie­der­be­le­bung der Frei­mau­re­rei in Russ­land und die Not­wen­dig­keit eines beson­de­ren Kamp­fes gegen ihn“ fest­stell­te ). Es wur­de ange­nom­men, dass der Haupt­schlag für die Frei­mau­rer-Ket­te, sowohl nach außen als auch nach innen, bereits 1911 zuge­fügt wur­de. Der König fuhr in den Urlaub auf die Krim, und Sto­ly­pin, der bereits Pre­mier­mi­nis­ter war, berich­te­te ihm, dass das ent­spre­chen­de Doku­ment fer­tig sei und es not­wen­dig sei, Maß­nah­men zu ergrei­fen. Niko­laus II. Gab dem vor­her sei­ne Zustim­mung, bat jedoch dar­um, auf sei­ne Rück­kehr aus der Krim zu war­ten: Sie sagen, dann fan­gen wir an.

Ich darf Sie dar­an erin­nern, dass Pjotr Ark­ad­je­witsch Sto­ly­pin in Kiew getö­tet wur­de, als der König und sei­ne Fami­lie aus der Krim zurück­kehr­ten und an den Fei­er­lich­kei­ten zur Eröff­nung des Denk­mals Alex­an­der II. Teil­nah­men . Im Prin­zip hät­ten sie den Sou­ve­rän töten kön­nen, aber es war Sto­ly­pin, der der Legen­de nach, bereits schwer ver­wun­det, Nicho­las II in der Kis­te über­quer­te und sag­te, er sei „glück­lich, für den König zu ster­ben“. Eini­ge Tage spä­ter ver­starb der könig­li­che Pre­mier­mi­nis­ter. So blo­ckier­ten die Frei­mau­rer und die Bri­ten die von Metz und Ratay­ev durch­ge­führ­te Ermitt­lungs­li­nie. Anschlie­ßend wur­den prak­tisch alle dar­an betei­lig­ten Offi­zie­re und Gene­rä­le schritt­wei­se aus dem Sys­tem des Innen­mi­nis­te­ri­ums ent­fernt. Der letz­te, der sich mit der Geschich­te vom Tod des zaris­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ters befass­te, wur­de 1937 von Sta­lin als Volks­feind ver­ur­teilt, aber tat­säch­lich wegen sei­ner Betei­li­gung an der Orga­ni­sa­ti­on des Mor­des an Sto­ly­pin.

Durch die Inter­ak­ti­on zwi­schen offen­si­ver Intel­li­genz und rus­si­schem mili­tä­ri­schem Geheim­dienst wur­de eine Art Syn­the­se von ein­ge­hen­den Infor­ma­tio­nen, Per­so­nal und Men­schen gebil­det. Sie lie­fer­ten ein Back­up-Sze­na­rio zum Spei­chern des Lan­des. Eine Linie bemüh­te sich, den inne­ren Wider­stand im Reich zu über­win­den und den König ent­schlos­se­ner zu machen. Der Kai­ser war jedoch nicht sehr ent­schei­dend, so dass die zwei­te Linie in Kraft trat.

 Ja, in Mos­kau hat der Kreml die Kadet­ten ergrif­fen und Waf­fen abge­feu­ert, aber ich beto­ne, dass in 95 Pro­zent der Groß­städ­te alles sehr fried­lich ver­lief.“

Foto: Jakow Wla­di­mi­ro­witsch Stein­berg, Unse­re Zeit­schrift Heri­ta­ge, 1988; Die gro­ße rus­si­sche Revo­lu­ti­on von 1917 – S. 1917. Public domain, commons.wikimedia.org

 IN 89 VON 97 RUSSLANDS WICHTIGSTEN STÄDTEN HABEN DIE BEHÖRDEN BOLSHEVIKS OHNE EINZELNE SCHLÄGE GELASSEN

- Glau­ben Sie, dass die Mau­rer im Febru­ar 1917 die Macht in Russ­land ergrif­fen haben? Aber eine beträcht­li­che Anzahl von Mit­glie­dern der Pro­vi­so­ri­schen Regie­rung hat ihre Zuge­hö­rig­keit zu den Frei­mau­rer­lo­gen nicht ein­mal ver­heim­licht: weder Keren­sky noch Mil­jukov oder Prinz Lvov. Wenn die Frei­mau­re­rei eine glo­ba­le Struk­tur wäre, deren Reich­wei­te weit über die Gren­zen des rus­si­schen Rei­ches hin­aus­reicht, wie könn­ten dann zwei klei­ne patrio­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen, die zwar mit Geheim­dienst ver­bun­den sind, es schaf­fen, sie zu über­lis­ten?

- Ich den­ke, das ist eines der glo­ba­len Geheim­nis­se, die bis zum Schluss nie­mals auf­ge­deckt wer­den kön­nen. Als wir an der sowje­ti­schen Schu­le stu­dier­ten, erfuh­ren wir von dem Genie Lenin, der in der Nacht des 25. Okto­ber 1917 Post und Tele­gra­phen beschlag­nahm­te. Aber war Lenin, der gera­de aus Finn­land nach Petro­grad zurück­ge­kehrt war, dazu in der Lage? In die­sem Jahr fei­ern wir übri­gens das hun­dert­jäh­ri­ge Bestehen der Main Intel­li­gence Direc­to­ra­te (GRU).Aber es ist nicht aus dem Nichts ent­stan­den. Mei­ne Ver­si­on besagt, dass am 24. und 25. Okto­ber in der Haupt­stadt des Rus­si­schen Rei­ches beson­de­re Trup­pen­trup­pen ein­ge­setzt wur­den, die spä­ter die Namen der GRU erhal­ten soll­ten. Und dann war es ein mili­tä­ri­scher Geheim­dienst, der von Gene­ral Niko­lai Pota­pov ange­führt wur­de. Schließ­lich muss­te jemand alles vor­be­rei­ten, und Pota­pov als erfah­re­ner rus­si­scher Geheim­dienst­ler, Ange­stell­ter der Che­f­ab­tei­lung des Gene­ral­stabs, war für die­se Auf­ga­be bes­tens geeig­net. Lenin war an der Vor­be­rei­tung die­ser Raz­zi­en über­haupt nicht betei­ligt – zunächst war er in Raz­liv, dann zog er nach Hel­sing­fors (heu­te Hel­sin­ki ), von dort nach Wyborg. Mili­tär­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen wur­den haupt­säch­lich von Sta­lin und Felix Dzerz­hin­sky getrof­fen. Felix Edmun­do­vich zog es in die­sen Zei­ten im All­ge­mei­nen vor, gemein­sam mit Sta­lin zu han­deln.

Im Som­mer 1918 wur­de eine bri­ti­sche Ver­schwö­rung in Mos­kau auf­ge­deckt (der soge­nann­te Lock­hart-Fall, in des­sen Fol­ge der Lei­ter der bri­ti­schen Mis­si­on, Robert Lock­hart, zusam­men mit dem berühm­ten Geheim­dienst­ler Syd­ney Reil­ly und ande­ren aus der RSFSR aus­ge­schlos­sen wur­de), und die sowje­ti­sche Zei­tung schrieb die Ver­schwö­rung ange­führt von bri­tisch-fran­zö­si­schen Diplo­ma­ten, die dar­auf abziel­ten, die Beschlag­nah­me zu orga­ni­sie­ren, mit Hil­fe von Bestechung von Tei­len der sowje­ti­schen Trup­pen, dem Rat der Volks­kom­mis­sa­re und der Aus­ru­fung einer Mili­tär­dik­ta­tur in Mos­kau “ ( Hrsg. ). Alles wur­de ein­fach erklärt: Als die Bri­ten merk­ten, dass sie geschla­gen wor­den waren, began­nen sie mit der Unter­stüt­zung von Fan­ny Kaplan, den Bür­ger­krieg in Russ­land zu sta­tio­nie­ren. Sie ver­such­ten, Lenin zu ent­fer­nen und ihren Agen­ten Trotz­ki an sei­ne Stel­le zu brin­gen. So beschlos­sen sie, die Situa­ti­on erneut voll­stän­dig zu über­neh­men, wie im Febru­ar 1917, als der bri­ti­sche Bot­schaf­ter Geor­ge Buchanan nicht zöger­te, dem „Anglo­man“ und dem Mit­glied der pro­vi­so­ri­schen Regie­rung, Pavel Mily­u­kov, Anwei­sun­gen zu geben. Ein Bün­del Sta­lin – Dzerz­hin­sky – gab ihnen jedoch kei­ne Gele­gen­heit, ihre Absich­ten zu ver­wirk­li­chen.

Wie haben Sie es geschafft, die Bri­ten zu schla­gen? Dies ist immer noch eines der his­to­ri­schen Geheim­nis­se. Das Dreh­buch selbst im Okto­ber 1917 über­rasch­te sie völ­lig. Es genügt zu sagen, dass in 89 der 97 grö­ße­ren Städ­te Russ­lands die Macht ohne einen ein­zi­gen Schuss an die Bol­sche­wi­ki ging. Ja, in Mos­kau hat der Kreml die Kadet­ten ergrif­fen und Waf­fen abge­feu­ert, aber ich beto­ne, dass in 95 Pro­zent der Groß­städ­te alles sehr fried­lich ver­lief. In St. Peters­burg war nach Anga­ben eini­ger Quel­len alles auf nur 6 Ver­wun­de­te begrenzt, die das Git­ter des Win­ter­pa­las­tes nicht all­zu erfolg­reich über­quer­ten. Ansons­ten war es eine ein­zig­ar­ti­ge Spe­zi­al­ope­ra­ti­on. Die damals und heu­te ange­wen­de­ten Tech­no­lo­gi­en sind sehr wich­tig, und manch­mal wer­den sie in Form der Wie­der­ver­ei­ni­gung Russ­lands und der Krim oder des Schut­zes vor der Aggres­si­on Süd­os­se­ti­ens „her­aus­ge­schos­sen“.

Ich schwei­fe ein wenig ab: 2009 hat­te ich die Gele­gen­heit, auf hohem Niveau in Chi­na zu spre­chen – Bera­ter der obers­ten Beam­ten der PRC nah­men an mei­ner Prä­sen­ta­ti­on teil. Ich erin­ne­re mich, dass ich gefragt wur­de: War­um hat Russ­land im August so gehan­delt, wie es gehan­delt hat? Ich ant­wor­te­te, ja, ame­ri­ka­ni­sche Geheim­diens­te erwar­te­ten etwas völ­lig ande­res als wir. Sie kor­ri­gier­ten mich aus dem Publi­kum: Nicht nur ame­ri­ka­ni­sche, son­dern auch chi­ne­si­sche Geheim­diens­te glaub­ten es. Das heißt, von uns wur­de erwar­tet, dass wir alles „zusam­men­füh­ren“ und wir wür­den uns nicht ein­mi­schen. Und wir haben nicht nur „inter­ve­niert“, son­dern haben Tbi­li­si fast erreicht.

Ver­gli­chen mit 1917 ist dies jedoch eine klei­ne­re Ska­la. Vor 101 Jah­ren hat­ten wir es jedoch mit einem sehr erns­ten Wirr­warr von Ver­schwö­run­gen zu tun: Der ers­te war ein Palast­grund­stück (dahin­ter stan­den die Groß­her­zö­ge), der zwei­te – ein Frei­mau­rer­plan, der drit­te – ein libe­ra­ler, schließ­lich der Ver­rat der zaris­ti­schen Gene­rä­le (Niko­lai Ruz­sky, Michail Alek­seev, Lavr Kor­ni­l­ov) und so wei­ter). Und plötz­lich – etwas mehr als ein hal­bes Jahr ver­geht, die Okto­ber­re­vo­lu­ti­on beginnt und die Situa­ti­on ändert sich dras­tisch. Es ist sogar erstaun­lich, wie dies mög­lich wur­de. Ich den­ke, dass dies ohne die Unter­stüt­zung höhe­rer Mäch­te in gewis­sem Maße nicht mög­lich gewe­sen wäre. Die höhe­ren Kräf­te sind jedoch gut, aber ohne die Pro­fes­sio­na­li­tät spe­zi­el­ler Son­der­ein­hei­ten, die im Okto­ber 1917 Post, Tele­gra­fen, Sta­tio­nen und Brü­cken beschlag­nahm­ten, wäre auch nichts gesche­hen. Wenn viel Blut ange­fan­gen hät­te und alles zu schwe­ren Zusam­men­stö­ßen geführt hät­te, hät­te sich das Sze­na­rio als völ­lig ande­res her­aus­ge­stellt. Aber es funk­tio­nier­te per­fekt, um mit mini­ma­len Ver­lus­ten vol­le Ergeb­nis­se zu erzie­len. Zumin­dest hat das Land einen posi­ti­ve­ren Weg ein­ge­schla­gen, als ihn Frei­mau­rer vor­be­rei­te­ten.

Ich möch­te Sie dar­an erin­nern, dass die Mas­sen-Deka­b­ris­ten geplant hat­ten, Russ­land in 15 Tei­le zu tei­len, und ihre Plä­ne wur­den erst 1991 ver­wirk­licht. Die­ser Plan wur­de noch nicht auf­ge­ho­ben: Masons sind lan­ge Zeit in Betrieb und bie­gen ihre Linie wei­ter. Ich glau­be jedoch, dass im Gegen­satz zu ihnen eine welt­staat­li­che patrio­ti­sche Eli­te ent­stan­den ist, die nicht immer offen arbei­tet. Und Sta­lin war das Pro­jekt die­ser Eli­te.

 Als die Bri­ten erkann­ten, dass mäch­ti­ge unbe­kann­te Mäch­te in der Per­son Lenins gegen sie spiel­ten, orga­ni­sier­ten sie am 30. August 1918 einen Ver­such, sein Leben anzu­grei­fen.“

 LENINA HAT DIE ROLLE DES FÜHRERS, ERSTE PERSON, ANGEBOTEN.Wenn es nicht gelingt, neh­men wir Sie mit

- Der ers­te Ver­such, die pro­vi­so­ri­sche Regie­rung zu stür­zen, wur­de im Juli 1917 unter­nom­men. Nach der Nie­der­la­ge der bol­sche­wis­ti­schen Rede, die übri­gens in einem schwe­ren Blut­bad ende­te (es wird ange­nom­men, dass etwa 400 Men­schen in Petro­grad gestor­ben sind), flie­hen Lenin und ande­re pro­mi­nen­te Bol­sche­wi­ki nach Finn­land. Es stellt sich her­aus, dass Sta­lin vom 17. bis 17. Okto­ber in der Par­tei im Haus­halt bleibt.

- Ja, aber ver­ges­sen wir nicht Dzerz­hin­sky, des­sen Rol­le ich bereits erwähnt habe. Tat­säch­lich war Sta­lin für alles ver­ant­wort­lich, aber wenn wir sein gesam­tes bis­he­ri­ges Leben betrach­ten, wer­den wir ver­ste­hen, dass das Ent­neh­men von Post, Tele­gra­phen usw. über­haupt nicht sein Pro­fil ist. Hier kön­nen Sie die Schlüs­sel­rol­le von Gene­ral Pota­pov und ande­ren, weni­ger öffent­li­chen Ver­tre­tern des mili­tä­ri­schen Geheim­diens­tes nach­le­sen ( Gene­ral Pota­pov selbst bot sei­nen Bol­sche­wi­ki lan­ge Zeit vor Okto­ber über sein Jugend­freund, RSDLP-Mit­glied, Michail Ked­rov ) die Diens­te an . Pota­pov, Sta­lin und Dzerz­hin­sky bestimm­ten im Okto­ber 1917 den Ver­lauf der Haupt­er­eig­nis­se. Gleich­zei­tig hat­ten die Orga­ni­sa­to­ren des Put­sches die Weis­heit, Joseph Vis­sa­ri­o­no­vich nicht in den Vor­der­grund zu rücken. Ich den­ke es war rich­tig. Zu die­ser Zeit waren die äuße­ren Kräf­te noch extrem stark, und Lenin soll­te die Rol­le einer Über­gangs­fi­gur spie­len. Er hat sie per­fekt behan­delt.

- War Lenin in sei­ne Rol­le ein­ge­weiht oder benutz­te er, wie sie sagen, „im Dun­keln“?

- Ich glau­be, er war nicht voll enga­giert. Das im Win­ter 1917 gestar­te­te Rad der Ereig­nis­se schien ihm die Mög­lich­keit zu geben, das Spiel zu ver­las­sen. Er kehr­te erst im April aus der Schweiz nach Russ­land zurück und nach etwa einem Monat traf Trotz­ki ein. Lev Davy­do­vich wur­de von den Bri­ten aus Ame­ri­ka her­aus­ge­holt, nach­dem er ihn zuvor rekru­tiert hat­te – er war für sie eine Art Back­up-Opti­on, falls Keren­sky plötz­lich etwas nicht stimm­te. In die­sem Fall soll­te das revo­lu­tio­nä­re Russ­land nach Ansicht der Bri­ten von Trotz­ki ange­führt wer­den. Im Zusam­men­hang mit die­sen patrio­ti­schen Kräf­ten wur­de Lenin als Gegen­pro­jekt aus­ge­wählt, da Sta­lin noch kein bekann­ter Pole­mi­ker war und nicht als ideo­lo­gi­scher Füh­rer galt. Wla­di­mir Iljitsch wur­de als Gegen­ge­wicht zu Trotz­kis MI-6-Agen­ten benö­tigt.

Als die Bri­ten erkann­ten, dass mäch­ti­ge unbe­kann­te Kräf­te in der Per­son Lenins gegen sie spiel­ten, orga­ni­sier­ten sie am 30. August 1918 einen Anschlag auf sein Leben. Aber auch das hat Zeit gekos­tet. Sie waren im Okto­ber ver­blüfft und konn­ten nicht ver­ste­hen, wer der wah­re Orga­ni­sa­tor die­ses Pro­zes­ses war. Und dann initi­ie­ren sie meh­re­re Gegen­an­grif­fe: Im Früh­jahr beginnt der Auf­stand des tsche­cho­slo­wa­ki­schen Korps, dann fast gleich­zei­tig – der „Lock­card-Fall“ und die Ein­stel­lung von Fan­ny Kaplan. Sta­lin war zu die­ser Zeit immer noch im Schat­ten, also schlu­gen sie ihn nicht.

- Es ist bekannt, dass im Okto­ber 1917 ein gro­ßer Teil der Bol­sche­wi­ki, ange­führt von Kamenew und Sino­wjew, gegen den Putsch war, und ver­wies auf die Tat­sa­che, dass sich die bür­ger­li­che Revo­lu­ti­on noch nicht erschöpft hat­te und die Kom­mu­nis­ten in der Regie­rung nichts zu tun hat­ten. Und nur Lenin zwang die Bol­sche­wi­ki prak­tisch zur Macht­über­nah­me.

- Ja, in die­sem Zusam­men­hang ist die posi­ti­ve Rol­le Lenins schwer zu leug­nen. Zumal er rela­tiv gese­hen ins Gebüsch gehen konn­te, und eine sol­che Gele­gen­heit hat­te er bis zum letz­ten Moment. Ich den­ke, dass ihm die Rol­le des Anfüh­rers, des ers­ten Man­nes, ange­bo­ten wur­de. Und falls es ihnen nicht gelang … „Wir brin­gen Sie aus Petro­grad her­aus“, konn­ten sie ihm ver­si­chern. In der Nacht zum 24. Okto­ber war nicht nur die Auro­ra an den Dächern von Petro­grad, die an der Nicho­las Bridge stan­den, sta­tio­niert – es gab auch Schif­fe der Bal­ti­schen Flot­te: die bei­den Minen­le­ger Amur und Khoper, die Yacht Zar­nit­sa, das Trai­nings­schiff Ver­ny und das Schlacht­schiff „Dawn of Free­dom“, an Bord waren unge­fähr drei­tau­send Matro­sen. Dies waren die Flucht­we­ge im Feh­ler­fall. Im Fal­le von Glück – „Sie wer­den Chef der Sowjet­re­gie­rung.“ So oder so könn­te man Lenin sagen. Und Wla­di­mir Iljitsch traf mit gro­ßem Wil­len die poli­ti­sche Ent­schei­dung, die­ses Risi­ko gemein­sam mit Sta­lin ein­zu­ge­hen. Dies ver­dient auch Respekt.

- Wenn Sie sich an Ihre Ver­si­on hal­ten, wie hat es Gene­ral­ma­jor Pota­pow geschafft, Kon­takt zu Sta­lin auf­zu­neh­men? Nur auf­grund der Tat­sa­che, dass der zukünf­ti­ge Füh­rer der Völ­ker viel­leicht der Sohn Prsche­walskis war? Oder hat­te Joseph Vis­sa­ri­o­no­vich Erfah­rung in der zaris­ti­schen Geheim­po­li­zei, da libe­ra­le His­to­ri­ker wie­der­holt dar­über geschrie­ben haben?

- Las­sen Sie uns zunächst die Iden­ti­tät von Niko­lai Pota­pov betrach­ten. Dies ist ein bril­lan­ter Geheim­dienst­of­fi­zier, der wäh­rend des rus­sisch-japa­ni­schen Krie­ges in Korea als Mili­tär­of­fi­zier dien­te. Er war stell­ver­tre­ten­der Mili­tär­agent in Wien, leb­te dann in Mon­te­ne­gro und besuch­te tat­säch­lich zwei Mili­tär­ope­ra­tio­nen – in Asi­en sowie in Euro­pa und auf dem Bal­kan. Ich den­ke, zu einem bestimm­ten Zeit­punkt gab es Men­schen (viel­leicht Gene­ral­feld­mar­schall, Graf Dmitry Milyu­tin oder jemand ande­res), die Pota­pov nach Sta­lin brach­ten. Ich ver­mu­te, dass dies auf dem Ter­ri­to­ri­um von Abcha­si­en geschah, und es war nicht umsonst, dass Sta­lins belieb­te Som­mer­re­si­denz danach dort war.

- Und wann könn­te das pas­sie­ren?

- Ich den­ke, das liegt zwi­schen 1910 und 1917, beson­ders seit dem Beginn des Krie­ges von 1914. Als es den Bri­ten gelang, das rus­si­sche Reich in einen glo­ba­len impe­ria­lis­ti­schen Kon­flikt zu zie­hen, wur­de klar, dass sich die Ereig­nis­se in einer Kri­sen­rich­tung zu ent­wi­ckeln began­nen, auch auf der innen­po­li­ti­schen Front. Am wahr­schein­lichs­ten war es in die­ser Zeit, dass das Back­up-Sze­na­rio im Fal­le des Fal­les des Impe­ri­ums aktiv her­aus­ge­ar­bei­tet wur­de. Denn alles über alles blieb weni­ger als drei Jah­re.

- Und wer von den könig­li­chen Gene­rä­len außer Pota­pov könn­te in die patrio­ti­sche Ver­schwö­rung von 1917 ein­ge­hen? Sie haben Igna­tieff erwähnt, aber das ist ein sehr hohes Niveau. Wer sonst

- Sie nen­nen die Gene­rä­le Alex­an­der Ver­k­hovs­ky ( Kriegs­mi­nis­ter der pro­vi­so­ri­schen Regie­rung, die Rote Armee Kom­brig, erschos­sen 1938 – Notiz des Her­aus­ge­bers ), Michail Bonch-Bru­y­e­vich (der spä­te­re Befehls­ha­ber der sowje­ti­schen Divi­si­on, starb 1956 – Anmer­kung des Her­aus­ge­bers ), Ale­xey Mani­kovs­ky (er wur­de fest­ge­nom­men Im Win­ter­pa­last, zusam­men mit den Minis­tern der pro­vi­so­ri­schen Regie­rung, aber fast sofort frei­ge­las­sen, wur­de er Lei­ter der zen­tra­len Ver­sor­gungs­ab­tei­lung der Roten Armee und lei­te­te die Armee­aka­de­mie. Er starb 1920 ( Anmer­kung des Her­aus­ge­bers ), Vla­di­mir Cher­em­i­sov ( emi­griert, nach 1937 in Frank­reich gestor­ben – ca. Stk.) und so wei­ter. Man darf nicht ver­ges­sen , dass die meis­ten Pota­pov zwei Brü­der hat­te.

Oder erin­nern Sie sich an Kon­stan­tin Glo­ba­chev, den Lei­ter der Sicher­heits­ab­tei­lung von Petro­grad. Bereits im Janu­ar 1917 sprach er mit einem gehei­men Bericht und der For­de­rung nach Fest­nah­me prak­tisch aller künf­ti­gen Mit­glie­der der Pro­vi­so­ri­schen Regie­rung an den könig­li­chen Innen­mi­nis­ter Alex­an­der Pro­to­po­pov. „Der poli­ti­sche Moment ähnelt dem Vor­abend von 1905“, sagt Glo­ba­chev. Was bedeu­tet das? Die Tat­sa­che, dass die Spio­na­ge­ab­wehr ein voll­stän­di­ges Bild davon hat­te, was geschah. Was ist der Pos­ten des Lei­ters der Sicher­heits­ab­tei­lung? In moder­ner Hin­sicht ist dies der Chef der Gegen­spio­na­ge­ab­wehr. Dies ist ein Mann, in des­sen Hän­den sogar einen Monat vor der Febru­ar­re­vo­lu­ti­on alle Fäden und Namen der Ver­schwö­rer waren! Aber sie hör­ten nicht auf ihn. Und dann gibt es einen Coup. Wie soll­te sich Glo­ba­chev danach ver­hal­ten? Ich glau­be, dass er als patrio­ti­scher Offi­zier den Kampf gegen die Frei­mau­rer gut unter­stüt­zen konn­te, aber höchst­wahr­schein­lich wur­de er in den „Kreu­zen“ an der Gefan­gen­schaft gehin­dert (der Chef der St. Peters­bur­ger Geheim­po­li­zei wur­de erst kurz vor den Ereig­nis­sen im Okto­ber frei­ge­las­sen ).Im Exil ver­öf­fent­lich­te Glo­ba­chev das Buch „Die Wahr­heit über die rus­si­sche Revo­lu­ti­on“, in dem er erwähn­te, er sei bereit, Keren­sky 1915 zu ver­haf­ten, dies aber nicht.

Das heißt, in Russ­land bil­de­te sich kurz vor der Revo­lu­ti­on ein patrio­ti­sches Feld, ein gewis­ser Kreis von Sta­tis­ten, die manch­mal gemein­sam agier­ten und manch­mal nicht. Es gab jedoch sei­nen syn­er­gis­ti­schen Effekt, der zum Okto­ber führ­te.

 DER BEKANNTE BETRIEB DER POTAPOVVERTRAUENBEKAUFT DIE MASONA WHITE MOVEMENT

Aber die Gene­rä­le konn­ten, selbst wenn sie im Herbst 1917 einen Staats­streich vor­nah­men, die Macht kaum selbst in die Hand neh­men.“ Erin­nern wir uns an die dama­li­ge Hal­tung der über­wäl­ti­gen­den Mehr­heit der Gesell­schaft gegen­über den obers­ten Gene­rä­len. Und dann beschlos­sen sie, die Macht auf die Bol­sche­wi­ki zu über­tra­gen?

- Sie kamen aus der bestehen­den Rea­li­tät. Nicht von der Tat­sa­che, dass sie rela­tiv gese­hen die Par­tei „Gro­ßes Russ­land“ schaf­fen müs­sen und ihr fei­er­lich die Zügel der Regie­rung über­ge­ben müs­sen. Dafür war ein­fach kei­ne Zeit.Die Intel­li­genz hat die äuße­ren Plä­ne unse­rer Geg­ner und die Algo­rith­men ihres Han­delns klar ver­stan­den. Der Schuss soll­te eins sein und sofort in den Top Ten – es gab kei­ne ande­ren Mög­lich­kei­ten. Die ein­zi­ge unab­hän­gi­ge Kraft in Russ­land waren die Bol­sche­wi­ki und ihr II. Sowjet­kon­greß, die mit ihrer spä­te­ren Legi­ti­ma­ti­on an die Macht über­tra­gen wer­den konn­ten. Die ideo­lo­gi­schen Kon­struk­tio­nen der Bol­sche­wi­ki und ihre poli­ti­schen Paro­len haben die Kämp­fer gegen die Frei­mau­rer nicht wenig beun­ru­higt. Nur so konn­te das Land vor Cha­os und Zusam­men­bruch geret­tet wer­den.

- Und die Ver­schwö­rer wür­den nicht mit den Bol­sche­wi­ki enden, sobald sie ihre Rol­le spie­len?

- Es sei dar­an erin­nert, dass die RSDLP Anfang 1917 nur 24.000 Mit­glie­der hat­te. Eine Par­tei von Sozi­al­re­vo­lu­tio­nä­ren war etwa eine Mil­li­on Men­schen. Tat­säch­lich waren es die Gene­rä­le, die die Bol­sche­wi­ki zu den Bol­sche­wi­ki mach­ten, das heißt die wirk­li­che Mehr­heits­par­tei. Sie gaben ihnen einen orga­ni­sa­to­ri­schen Impuls und tru­gen dazu bei, sich von einer Zwer­gen­or­ga­ni­sa­ti­on zu einer füh­ren­den Füh­rungs­kraft zu ent­wi­ckeln. Im Zuge wei­te­rer Ereig­nis­se wur­de ein Teil der Gene­rä­le in die sowje­ti­schen Staats­struk­tu­ren inte­griert und ein Teil emi­griert. Ver­ges­sen Sie nicht, dass der Kampf nach dem Okto­ber nicht zu Ende war – es gab immer noch einen Kon­flikt mit Trotz­ki, der ein völ­lig ande­res Pro­jekt sym­bo­li­sier­te. Die Ide­en des „Sacred Squad“ stan­den dem mon­ar­chisch-ortho­do­xen Ansatz nahe und sie konn­ten nur mit dem Prin­zip des pro­le­ta­ri­schen Inter­na­tio­na­lis­mus in einen ideo­lo­gi­schen Wider­spruch tre­ten. Dies war jedoch schon zweit­ran­gig – die ers­te Auf­ga­be bestand dar­in, das Land vor dem Zusam­men­bruch zu ret­ten, was grund­sätz­lich mög­lich war.

Das wei­te­re Schick­sal der Gene­rä­le ist bekannt. Ale­xei Igna­tiev war bis 1947 in der UdSSR, danach leb­te er mehr als 7 Jah­re im wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand. Niko­lai Pota­pov trat 1938 mit dem Rang eines Bri­ga­den­kom­man­dan­ten in den Ruhe­stand und starb 1946. Das heißt, die­se Leu­te sind mehr oder weni­ger inte­griert: jemand ist offen und jemand ist in der Struk­tur geschlos­se­ner Struk­tu­ren, die per­sön­lich zu Sta­lin gehen. Ande­re konn­ten sich nicht inte­grie­ren – der­sel­be Glo­ba­chev ging ins Exil, wur­de jedoch kein Geg­ner der Sowjet­macht. Sie alle erfüll­ten ihre Auf­ga­be: Der Staat wur­de vor dem völ­li­gen Zer­fall geret­tet und unter einem ein­zi­gen Befehl in Form der Sowjet­uni­on zusam­men­ge­stellt.

Übri­gens, ver­ges­sen wir nicht, dass es Pota­pov war, der die berühm­te Ope­ra­ti­on „Trust“ bril­lant lei­te­te. Ich den­ke, dass dies tat­säch­lich eine gemein­sa­me Ope­ra­ti­on von Pota­pov und Sta­lin war, obwohl nie­mand die Teil­nah­me von Artur Artu­zov ( einem der Grün­der des sowje­ti­schen Geheim­diens­tes und der Gegen­spio­na­ge­ab­wehr ) annul­lier­te. So wur­de die wei­ße Frei­mau­rer­be­we­gung zumin­dest auf den äuße­ren Lini­en gestoppt. Ich den­ke, dass die Ansät­ze der rus­si­schen Aus­lands­ge­heim­nis­se und ihre Arbeit von 1905-10 hier ihre Rol­le gespielt haben. Vor allem, da Paris die Haupt­schau­platz der Ope­ra­ti­on war.

- Dann gelang es ihnen in der UdSSR nicht nur Syd­ney Reil­ly oder Vasi­ly Shul­gin, son­dern auch Boris Savin­kov (wäh­rend der Ope­ra­ti­on Syn­di­ca­te-2) abzu­zie­hen.

- Ja, Savin­kov wur­de als der aktivs­te Füh­rer der wei­ßen Emi­gra­ti­on in die Sowjet­uni­on gelockt, die von sehr vie­len Strö­mun­gen und anti-staat­li­chen Kräf­ten ein­ge­sperrt wur­de. Im Prin­zip kann Boris Savin­kov nach Trotz­ki als Pro­jekt Num­mer 2 betrach­tet wer­den – mit dem Unter­schied, dass Lev Davy­do­vich sei­ne Akti­vi­tä­ten im Inne­ren und Boris Vik­to­ro­vich – von außen – durch­führ­te. Daher haben die­se Ope­ra­tio­nen „Trust“ und „Syn­di­ca­te“ kei­ne Ent­spre­chun­gen.Es ist unwahr­schein­lich, dass sie unter den sowje­ti­schen Sicher­heits­be­am­ten Neu­an­kömm­lin­ge ent­wi­ckeln könn­ten.Hier spürt man die erfah­re­ne Hand von Pota­pov.

- Hat Savin­kov Ihrer Mei­nung nach Selbst­mord began­gen, indem er sich aus einem Fens­ter gewor­fen hat, oder wur­de er eli­mi­niert? Ich habe gele­sen, dass in den letz­ten Minu­ten ein Che­kist mit einem amü­san­ten Namen Syro­ezh­kin an Savin­kovs Füßen hing (ein Gen­tle­man des Ordens der Roten Fah­ne wur­de 1940 erschos­sen – Ed.), Konn­te ihn aber nicht hal­ten und brach in den Innen­hof zusam­men.

- Hier ist es schwer zu sagen. Bei­des ist mög­lich. Zu ver­ste­hen, dass Sie getäuscht und wie­der­holt wur­den, ist eine ernst­haf­te psy­chi­sche Belas­tung. Savin­kov war eine star­ke Per­sön­lich­keit, ein erfah­re­ner Ter­ro­rist und ein geschick­ter Orga­ni­sa­tor, aber er ver­lor kon­zep­tio­nell, und dies ist zumin­dest ein psy­cho­lo­gi­sches Motiv für Selbst­mord.

- Aber jetzt fand Jacob Sla­schov die Kraft, nach Sowjet­ruß­land zurück­zu­keh­ren, und lehr­te sogar für das rote Kom­man­do.

- Ja, und wur­de 1929 von einem Kadett der Mos­kau­er Infan­te­rie-Schu­le Lazar Kolen­berg erschos­sen. Ich den­ke jedoch, dass der Tod von Jacob Slash­chev auch ein Moment des Kamp­fes zwi­schen zwei gro­ßen Pro­jek­ten war, die ich oben erwähnt habe. Dies ist der trotz­kis­ti­schen Ope­ra­ti­on sehr ähn­lich. Slash­chev-Kryms­ky war ein talen­tier­ter Mili­tärs, der erkann­te, dass das sta­li­nis­ti­sche Rot­pro­jekt zu Guns­ten des Vater­lan­des arbei­te­te. Er kehr­te in die UdSSR zurück und bil­de­te das Kom­man­do­per­so­nal pro­fes­sio­nell aus, was für die Vor­be­rei­tung eines zukünf­ti­gen Krie­ges sehr wich­tig war. Wir haben eine sol­che Per­son, die die Fein­hei­ten mili­tä­ri­scher Ange­le­gen­hei­ten kennt und euro­päi­sche Erfah­rung hat und für die sowje­ti­sche Füh­rung von Nut­zen war. Die­je­ni­gen, die Sla­schov erschos­sen haben, müs­sen es wahr­schein­lich noch her­aus­fin­den, aber die Tat­sa­che, dass der Befehl zum Töten von den Trotz­kis­ten kam, ist für mich fast offen­sicht­lich.

 Wenn der Kampf gegen Trotz­ki nicht ein gan­zes Jahr­zehnt gedau­ert hät­te, wären wir für den Gro­ßen Vater­län­di­schen Krieg viel berei­ter gewe­sen.“

Sta­lin schrieb in Brie­fen an sei­ne Mut­ter: „LIVE 10 TAUSEND JAHRE, LIEBE MAMMA!“

- Vie­le der Gene­rä­le, die Sie als Ver­schwö­rer erwäh­nen, haben an der Schaf­fung der Roten Armee teil­ge­nom­men.

- Ja, sie sind in der Tat, die Rote Armee, unter­zeich­ne­ten sie den Bres­ter Ver­trag ( die all­ge­mei­ne­re Ver­k­hovs­kii Mit­glie­der der pro­vi­so­ri­schen Regie­rung vom 18. Okto­ber ange­bo­ten 1917 – Ed .. ). Nach der trau­ri­gen Erin­ne­rung an „Order No. 1“, die von Frei­mau­rern erlas­sen wur­de und die Wahl von Kom­man­do­pos­ten in den Streit­kräf­ten behaup­te­te, wur­de die rus­si­sche Armee zer­stört, die Grä­ben waren leer und Deser­teu­re zer­streu­ten sich im gan­zen Land. Im Wesent­li­chen hör­te die Armee auf zu exis­tie­ren und Russ­land wur­de durch Ein­grif­fe von außen bedroht. Daher wur­de eine neue Rote Armee geschaf­fen, deren Char­ta übri­gens von Gene­ral Dmitry Pars­ky ( der an Typhus starb, starb 1921 – Anmer­kung des Her­aus­ge­bers ). Bereits 1905 wur­de er zum Haupt­quar­tier abge­ord­net und berei­te­te eine Notiz an Niko­laus II. Vor .über die Not­wen­dig­keit von Refor­men der Armee, die Ände­rung der Char­ta. Übri­gens habe ich die Reso­lu­ti­on des Kai­sers in einem Memo­ran­dum von Pars­ky per­sön­lich gele­sen: „Es ist sehr gebil­det. Las­sen Sie ihn als Regi­ments­kom­man­deur nach Sibi­ri­en gehen. “ Er ging, aber der Krieg begann, Dmitry Paw­lo­witsch trat vor, wur­de Kom­man­deur des Korps, dann der Armee. Bonch-Bru­y­e­vich hat sei­ne Memoi­ren über ein Gespräch mit Pars­ky nach der Revo­lu­ti­on hin­ter­las­sen – das Buch wur­de 1963 ver­öf­fent­licht und ich habe es nie wie­der gese­hen. Dmitry Paw­lo­witsch sag­te, er sei in kei­ner Wei­se für die Bol­sche­wi­ki-Inter­na­tio­na­lis­ten. „Aber Sie sind für Russ­land?“, Frag­te ihn Bonch-Bru­y­e­vich. Er ant­wor­te­te: „Ich bin für Russ­land. Und was soll ich tun? Bonch-Brue­vich: Wir müs­sen die Deut­schen auf­hal­ten. Und Pars­ky berei­te­te auf der Grund­la­ge der Vor­schlä­ge, die er an den König sand­te, die Urkun­de der Roten Armee vor. Sei­ne Ide­en wur­den auch zur Grund­la­ge vie­ler Armee­re­ge­lun­gen.

- Wur­de der Kampf gegen das Trotz­ki-Pro­jekt bis zum Abzug von Lev Davy­do­vich aus der UdSSR geführt? Tat­säch­lich galt Trotz­ki 1924 als einer der wahr­schein­lichs­ten Nach­fol­ger Lenins. Erin­nern Sie sich an den leni­nis­ti­schen „Brief an den Kon­gress“ …

- Ja, fast bis 1929, bevor Trotz­ki ver­trie­ben wur­de. Dazu gehör­te der Tod von Michail Frun­ze im Jahr 1925, der Sta­lin unter­stütz­te, und vie­les mehr. Die Bri­ten ver­such­ten, die­ses Pro­jekt zu ver­tei­di­gen und den Füh­rer der „per­ma­nen­ten Revo­lu­ti­on“ an die Füh­rung der ers­ten Per­son her­an­zu­füh­ren – daher der Ver­such gegen Lenin, als Trotz­ki Vor­sit­zen­der des Revo­lu­tio­nä­ren Mili­tär­rats wur­de, aber Wla­di­mir Iljitsch über­leb­te. Erst 1927 wur­de Trotz­ki-Bron­stein end­gül­tig aus dem sowje­ti­schen poli­ti­schen Feld her­aus­ge­drückt. Das ist ein har­ter innen­po­li­ti­scher Kampf mit ihm, der etwa 10 Jah­re dau­er­te. Ich den­ke, dass der Tod von Dzerz­hin­sky im Jahr 1926 – ein Mann, der Sta­lin seit 1917 immer unter­stützt hat – in dem­sel­ben Zusam­men­hang gese­hen wer­den kann. Felix Edmun­do­vich und sei­ne Che­ka haben es geschafft, eine wich­ti­ge Rol­le bei der Nie­der­la­ge der „Ver­schwö­rung der Bot­schaf­ter“ usw. zu spie­len.

Wenn der Kampf gegen Trotz­ki nicht um ein gan­zes Jahr­zehnt hin­aus­ge­zö­gert wor­den wäre, wären wir für den Gro­ßen Vater­län­di­schen Krieg viel berei­ter gewe­sen. Sta­lins Indus­tria­li­sie­rung begann jedoch erst 1930, als die Kon­fron­ta­ti­on von Joseph Vis­sa­ri­o­no­vich mit sei­nem damals gefähr­lichs­ten Geg­ner ende­te. Die Bri­ten began­nen damals, Adolph Hit­ler vor­zu­be­rei­ten, der an die Macht gekom­men sein soll­te und Deutsch­land gegen die UdSSR geschickt hat­te, um uns zu ver­gif­ten. Trotz­ki und sei­ne gesam­te Grup­pe ver­such­ten jedoch in jeder Hin­sicht, die Ent­wick­lung der Roten Armee und der Sowjet­in­dus­trie zu ver­lang­sa­men.

- Wahr­schein­lich der ein­zi­ge und wich­tigs­te Zeu­ge von Sta­lins Geburt war sei­ne Mut­ter Eka­te­ri­na Gelad­ze. Als Joseph Vis­sa­ri­o­no­vich sich 1935 mit ihr traf und ihr sag­te, dass er jetzt „wie ein König“ sei, ant­wor­te­te sie ihm: „Sie soll­ten bes­ser Pries­ter wer­den.“

- Die­ser Satz der Mut­ter, der wirk­lich sehr bekannt wur­de, kenn­zeich­net Sta­lin als geis­ti­gen Füh­rer. Ein Pries­ter ist ein Syn­onym für eine spi­ri­tu­el­le Per­son, einen Hir­ten. Nur eine sol­che Per­son konn­te unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen das Land aus dem Abgrund her­aus­zie­hen, in den sie im Febru­ar 1917 hin­ein­ge­scho­ben wur­de. Über Niko­laus II.Schrei­ben sie nor­ma­ler­wei­se eine Men­ge nega­ti­ver Din­ge, aber ver­ges­sen wir nicht, dass mit ihm die Bevöl­ke­rung des Lan­des um 60 Mil­lio­nen gestie­gen ist, die Indus­trie gewach­sen ist, was 4 Pro­zent der Welt­pro­duk­ti­on aus­macht, und Ölfel­der die Hälf­te der Welt­pro­duk­ti­on aus­ma­chen. Das heißt, nicht alles war schlecht. Aber buch­stäb­lich 15 Jah­re nach der Revo­lu­ti­on konn­te sich die sowje­ti­sche Indus­trie mit bis zu 10 Pro­zent der Welt­pro­duk­ti­on rüh­men: Der Zuwachs betrug fast das 2,5-fache. Von 1931 auf 41 ver­drei­fach­te sich das BIP. Heu­te kön­nen selbst Chi­ne­sen kei­ne ähn­li­chen Ergeb­nis­se erzie­len. Das Land gewann den Gro­ßen Vater­län­di­schen Krieg und mach­te einen Welt­raum­spa­zier­gang.

Als ich übri­gens als Pres­se­se­kre­tär für Roscos­mos arbei­te­te, erzähl­ten mir ört­li­che Vete­ra­nen, die sich noch an die Köni­gin erin­nern (jetzt sind sie nicht mehr am Leben), eben­so wie die Fau-Rake­te (die ers­te bal­lis­ti­sche Rake­te der Welt, die von der Wehr­macht am Ende des Krie­ges ein­ge­setzt wur­de.) – Ed. ) Sowje­ti­scher Details. Im Auf­trag von Sta­lin war das in nur einem Jahr! Die sowje­ti­sche Import­sub­sti­tu­ti­on wur­de in einem wirk­lich beschleu­nig­ten Tem­po durch­ge­führt! Das war die tech­no­lo­gi­sche Macht der sowje­ti­schen Indus­trie. Und dann haben wir unse­re eige­ne bal­lis­ti­sche Rake­te gebaut. Bis­her lebt Russ­land von den Kos­ten der sta­li­nis­ti­schen Reser­ve die­ser Jah­re. In Bezug auf die Mut­ter schrieb Sta­lin in Brie­fen: „Lebe zehn­tau­send Jah­re, lie­be Mut­ter!“